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Gesellschaft 11.07.2026, 13:00 Aktualisiert: 11.07.2026, 15:04

Fast jedes zehnte Bewährungshaus in England und Wales geschlossen – Personalkrise gefährdet öffentliche Sicherheit

9 von 105 Bewährungshäusern sind geschlossen.

Wichtige Fakten

  • 9 von 105 Bewährungshäusern sind geschlossen.
  • Sicherheitspersonal vertritt oft ausgebildete Bewährungshelfer.
  • Bis September sollen 6000 Häftlinge vorzeitig entlassen werden.
  • Gewerkschaft Napo berichtet von inakzeptablen Zuständen.
  • Aufsichtsbehörde warnt vor steigender Gefahr für die Öffentlichkeit.

Personalkrise führt zu Schließungen

Fast jedes zehnte Bewährungshaus in England und Wales ist aufgrund einer Personalkrise vorübergehend geschlossen. Neun von 105 sogenannten Approved Premises, in denen die gefährlichsten Straftäter nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis betreut werden, sind betroffen. Der Personalmangel zwingt die Justizbehörden dazu, teilweise ungelernte Sicherheitskräfte einzusetzen, um die Arbeit der ausgebildeten Bewährungshelfer zu übernehmen.

Frühentlassung von tausenden Häftlingen

Die Schließungen erfolgen in einer Zeit, in der die Regierung die vorzeitige Entlassung von rund 6.000 Straftätern im September plant. Die Aufsichtsbehörde für Bewährungshilfe warnt, dass die Schließungen und der Mangel an qualifiziertem Personal die öffentliche Sicherheit gefährden. Viele der untergebrachten Straftäter haben Drogen- und Alkoholprobleme sowie komplexe psychische Probleme und benötigen intensive Betreuung.

Gewerkschaft kritisiert Einsatz von Sicherheitskräften

Die Gewerkschaft Napo berichtet, dass 16 von 21 befragten Mitarbeitern bereits erlebt haben, dass Sicherheitskräfte Aufgaben übernommen haben, die eigentlich Bewährungshelfern vorbehalten sind. Der Einsatz von Sicherheitspersonal sei "völlig inakzeptabel", da diese nicht für die Arbeit mit Straftätern ausgebildet seien. Auch der Chefinspektor der Bewährungshilfe, Martin Jones, betont, dass das Risiko von Fehlentscheidungen und Gefahren für die Öffentlichkeit massiv steige.

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