Fehlinvestitionen im Veriusfonds: Auch Kirchen und Pensionskassen betroffen
Wichtige Fakten
- • Kirchen und Pensionskassen investierten knapp eine Milliarde Euro in Veriusfonds.
- • 20 Krankenkassen und KVen verloren 400 Millionen Euro.
- • Der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein rechnet nicht mit Rückflüssen.
- • KKH und KV Baden-Württemberg verklagen Fondsanbieter wegen Täuschung.
- • Die Diözese Augsburg schweigt zu ihren Verlusten.
Milliardenverluste durch riskante Immobilienfonds
NDR, WDR und SZ zeigen: Auch Kirchenbezirke, Pensionskassen und der TÜV haben Millionen mit dem umstrittenen Veriusfonds verloren. Laut Unterlagen investierten etwa 50 Altersversorgungswerke und Kirchenbezirke zusammen knapp eine Milliarde Euro direkt in den Fonds. Die evangelische Kirche Hamburg-Ost und der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein räumen Verluste ein, andere schweigen oder verweisen auf laufende Bearbeitung. Die Diözese Augsburg reagierte nicht auf Anfragen.
Hohe Zinsen als Warnsignal
Der Veriusfonds versprach den Investoren Renditen von 15 bis 18,5 Prozent, während Krankenkassen und KVen etwa sieben Prozent erhielten. Finanzexperten sehen darin ein klares Zeichen für hohe Risiken. Mehrere große Kassen, wie die KKH mit 47 Millionen Euro und die KV Baden-Württemberg mit 50 Millionen Euro, klagen nun gegen die Fondsanbieter, denen sie Täuschung vorwerfen. Die Anbieter weisen das zurück und verweisen auf Aufklärung in den Vertragsunterlagen.
Einrichtungen ziehen Konsequenzen
Die meisten betroffenen Einrichtungen geben keine Auskunft. Das Steuerberater-Versorgungswerk Sachsen hat fünf Millionen Euro abgeschrieben, und der Kirchenkreis Hamburg-Ost kürzt Ausschüttungen, Renten bleiben aber unangetastet. Die KV Schleswig-Holstein hat bereits Beiträge erhöht. Die KVWL verklagt ihren ehemaligen Vorstand auf Schadenersatz, da eine Investition in den Veriusfonds aus regulatorischen Gründen niemals hätte erfolgen dürfen.
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.