Festival-Müll: Initiative recycelt Zelte und fordert mehr Engagement
Wichtige Fakten
- • 250.000 Zelte bleiben jährlich auf britischen Festivals liegen.
- • Parookaville erzeugt 23 Tonnen vermeidbaren Müll aus Einwegartikeln.
- • Deutsche Umwelthilfe kritisiert zu kleine Schritte der Veranstalter.
- • Initiative NeuerDings produziert aus alten Zelten Bauchtaschen.
- • Summer Breeze Festival 2026 hinterlässt erstmals sauberen Campingplatz.
Wegwerfmentalität und ihre Folgen
Nach Musikfestivals bleiben große Müllmengen zurück, denn viele Besucher behandeln Zelte und Campingausrüstung als Einwegprodukte. Bereits 2019 schätzte der britische Branchenverband AIF, dass allein in Großbritannien jährlich rund 250.000 Zelte auf Festivalgeländen zurückgelassen werden. Sozialen Medien zufolge gleichen manche Abreisetage eher einer Post-Apokalypse als dem Ende einer Feier.
Recycling-Initiativen als Antwort
Die Initiative NeuerDings, gegründet von Studierenden aus Braunschweig, sammelt zurückgelassene Zelte und näht daraus Bauchtaschen. Diese werden auf Festivals verkauft und dienen der Aufklärung über Ressourcenverschwendung. Organisator Lucas Starke betont jedoch, dass solche Projekte das Müllproblem nicht allein lösen können, sondern nur Bewusstsein schaffen wollen.
Kritik an Festivalveranstaltern
Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sind die Abfallkonzepte großer Festivals unzureichend. Einweggeschirr und -becher sowie Wegwerf-Armbänder erzeugen tonerweise Müll, der vermeidbar wäre. Exemplarisch nannte Elena Schägg 600.000 Becher und eine halbe Million Essensverpackungen beim Parookaville. DUH kritisiert langsames Handeln trotz Bekenntnissen zur Nachhaltigkeit.
Positive Gegenbeispiele
Einige Besucher zeigen hingegen vorbildliches Verhalten: Metal-Fans räumen ihre Campingplätze vollständig auf und präsentieren dies in sozialen Medien. Beim Summer Breeze Festival lobten die Veranstalter die außergewöhnliche Sauberkeit, wodurch Aufräumarbeiten in Rekordzeit abgeschlossen wurden.
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