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Wirtschaft 15.06.2026, 05:27 Aktualisiert: 15.06.2026, 18:01

US-Iran-Abkommen: Märkte feiern Friedenshoffnung, doch viele Fragen offen

DAX schloss 1,05% höher bei 24.894 Punkten.

Wichtige Fakten

  • DAX schloss 1,05% höher bei 24.894 Punkten.
  • Brent-Ölpreis fiel um rund 5% auf etwa 80 Dollar.
  • Unterzeichnung des Abkommens für Freitag in der Schweiz geplant.
  • Iranische Klausel über Mautgebühren für Durchfahrt sorgt für Unsicherheit.
  • Bundesbankpräsident warnt vor monatelanger Normalisierungsdauer.

Börsen feiern Hoffnung auf Frieden

Die angekündigte Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus hat die Aktienmärkte beflügelt und die Ölpreise deutlich fallen lassen. Der DAX stieg am Montag zeitweise um 1,8 Prozent, gab die Gewinne jedoch bis Handelsschluss teilweise ab und schloss 1,05 Prozent höher bei 24.894 Punkten. Auch der Dow Jones an der Wall Street kletterte auf ein Rekordhoch von 51.720 Punkten. Die Hoffnung auf sinkende Energiepreise trieb insbesondere Reise- und Luftfahrtaktien wie TUI, Fraport und Lufthansa um bis zu sechs Prozent nach oben.

Details der Einigung noch unklar

Das Rahmenabkommen sieht ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten und die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Meerenge vor, die seit über 100 Tagen weitgehend blockiert ist. Die Unterzeichnung ist für Freitag, den 19. Juni, in der Schweiz geplant. Allerdings bleiben viele Details unklar. So soll Iran nach Informationen der Nachrichtenagentur Fars in letzter Minute eine Klausel über Mautgebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus eingefügt haben, die von den USA akzeptiert worden sei. Zudem fehlen Angaben zur Zukunft des iranischen Atomprogramms. Auch die Bedrohung durch Seeminen besteht laut US-Präsident Trump noch bis Freitag, da die Minenräumung noch andauere.

Herausforderungen für die Energieversorgung

Trotz der positiven Signale warnen Experten vor einer schnellen Normalisierung der weltweiten Ölversorgung. Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte, es werde Monate dauern, bis sich das Ölangebot erholt habe. Viele Förder- und Verarbeitungsanlagen in der Region seien durch den Krieg beschädigt worden. Analysten gehen davon aus, dass die Ölmenge durch die Straße von Hormus nur langsam das Vorkriegsniveau von 20 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird. Die Reedereien zeigen sich verhalten optimistisch: Hapag-Lloyd rechnet mit mindestens drei Monaten Übergangsphase. Deutsche Reedereien fordern klare Sicherheitsgarantien für ihre Crews, bevor sie in die Straße zurückkehren.

Inflationsaussichten und Geldpolitik

Die erhoffte Entspannung bei den Energiepreisen könnte den Druck auf die Notenbanken mindern. Allerdings warnte Nagel, dass der inflationäre Druck nicht sofort nachlassen werde, vor allem wenn fiskalpolitische Maßnahmen wie der Tankrabatt in Deutschland ausliefen. Die Europäische Zentralbank hatte in der vergangenen Woche erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen erhöht. In den USA steht am Mittwoch der Zinsentscheid der Federal Reserve an; Analysten erwarten keine Zinserhöhung, da Fed-Chef Warsh auf Flexibilität setzt.

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