Gedenken in Buchenwald: Redner warnen vor Wegsehen und Ausgrenzung
Wichtige Fakten
- • Gedenkveranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald erinnert an die Opfer des NS-Terrors.
- • Redner wie Hape Kerkeling warnen vor einer Kultur des Wegsehens und antidemokratischen Tendenzen.
- • Kontroversen um die Veranstaltung, einschließlich geplanter Mahnwachen und Kritik an Kulturstaatsminister Weimer.
- • 600 Teilnehmer bei der Gedenkfeier, mit Zwischenrufen, aber ohne strafrechtliche Vorfälle.
- • Stiftungsdirektor Wagner ruft dazu auf, das Gedenken nicht durch politische Symbole zu überlagern.
Gedenkveranstaltung in Buchenwald
In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar fand am Sonntag eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer des NS-Terrors statt. Redner wie der Schauspieler Hape Kerkeling und Thüringens Landtagspräsident Thadäus König (CDU) warnten vor einer "Kultur des Wegsehens" und Ausgrenzung, wobei Kerkeling betonte, dass Demokratie vom mutigen Hinsehen lebe. Die Veranstaltung, an der 600 Menschen teilnahmen, stand im Zeichen der Befreiung des Lagers vor 81 Jahren.
Kontroversen und politische Auseinandersetzungen
Im Vorfeld hatte es Kontroversen gegeben, darunter geplante propalästinensische Mahnwachen, die von der Stadt Weimar verboten wurden, sowie Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von Überlebendenorganisationen. Während der Veranstaltung gab es Zwischenrufe gegen Weimer, und Aktivisten verglichen Buchenwald mit Gaza, was von der Gedenkstättenstiftung kritisiert wurde. Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner rief dazu auf, das Gedenken nicht zu politisieren.
Historische und aktuelle Bezüge
Redner verwiesen auf die historische Verantwortung, mit Lena Carlebach vom Internationalen Komitee Buchenwald-Dora, die betonte, dass Erinnerung auch das Verständnis für Täter und Verfolgte umfasse. König äußerte sich besorgt über zunehmenden Antisemitismus, besonders unter Jugendlichen. Die Anwesenheit von Überlebenden wie Andrei Iwanowitsch Moisskenko wurde als wichtiges Zeichen der Würde hervorgehoben, obwohl einige ehemalige Häftlinge aus Israel wegen des Nahostkonflikts nicht teilnehmen konnten.
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