Münchner Sicherheitskonferenz: Machtpoker zwischen USA und China prägt Europas Unsicherheit
Wichtige Fakten
- • US-Außenminister Rubio und chinesischer Außenminister Wang Yi warben in München um Europa.
- • EU-Außenbeauftragte Kallas kritisiert US-Europa-Bashing und fordert mehr Mitsprache bei Ukraine-Verhandlungen.
- • Bundeskanzler Merz warnt vor chinesischen Abhängigkeiten und Neuinterpretation der Weltordnung.
- • China droht Taiwan weiterhin mit Krieg bei Unabhängigkeitserklärung.
- • China zeigt sich im Ukraine-Krieg zurückhaltend ohne konkrete Friedensinitiative.
Geopolitische Spannungen auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 stand im Zeichen des Machtpokers zwischen den USA und China, mit direkten Auswirkungen auf Europa und Deutschland. US-Außenminister Marco Rubio startete eine Charmeoffensive gegenüber den Europäern, während sein chinesischer Amtskollege Wang Yi eine überraschend ähnliche Botschaft verkündete: China und die EU seien Partner, keine systemischen Rivalen. Wang verwies auf jahrzehntelange wirtschaftliche Zusammenarbeit und betonte Chinas Rolle als verlässlicher Partner. Die Charmeoffensive von Außenminister Wang Yi wurde bei der Sicherheitskonferenz jedoch deutlich zurückhaltender beklatscht als die seines amerikanischen Amtskollegen Rubio.
Deutsche Position und europäische Reaktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte in seiner Eröffnungsrede Vorsicht, indem er darauf hinwies, dass China Abhängigkeiten systematisch ausnutze und die internationale Ordnung im eigenen Sinne neu interpretiere. Chinesische Journalisten wie Xu Qinduo von CGTN widersprachen dieser Darstellung und betonten, China entwickle sich nicht, um andere in eine Falle zu locken. Analyst Bernard Bartsch von Merics warnte davor, öffentliche Aussagen Pekings für bare Münze zu nehmen, da die geopolitischen Spannungen hoch seien. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte unterdessen das anhaltende "Europa-Bashing" durch US-Politiker und forderte mehr Mitsprache der EU bei Ukraine-Verhandlungen, da Europa bei diesen Gesprächen derzeit nicht am Tisch sitze.
Konfliktthemen und internationale Beziehungen
Zentrale Konfliktthemen bleiben Taiwan, wo Peking mit Krieg droht, sollte sich die Insel für unabhängig erklären, sowie Chinas Monopol auf Seltene Erden, das als Erpressungspotenzial gesehen wird. Im Ukraine-Krieg zeigte China sich zurückhaltend und bot keine konkrete Friedensinitiative an, was strategische Gründe habe, um Russland nicht zu brüskieren. Die Unsicherheit der neuen Großmachtpolitik begleitet Merz auf seiner anstehenden Reise nach Peking, während die transatlantischen Beziehungen weiterhin angeschlagen sind. Europäische Vertreter wie Frankreichs Europaminister Benjamin Haddad forderten mehr Gelassenheit und empfahlen, sich auf die eigene Stärkung zu konzentrieren, insbesondere bei der Verteidigung.
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