Gesundheitsreform: Warken entschärft Pläne – Entlastung für Versicherte
Wichtige Fakten
- • Beitrag für Familienversicherung sinkt von 3,5 auf 2,5 Prozent.
- • Eltern mit Kindern bis elf Jahren bleiben ausgenommen.
- • Zuzahlungen für Medikamente steigen nur um 50 Prozent, ohne Dynamik.
- • Bund gibt 2027 zusätzlich 1,4 Milliarden Euro an Kassen.
- • Herstellerabschlag auf Medikamente steigt auf 15,5 Prozent.
Warken entschärft GKV-Reform
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat ihren Gesetzentwurf zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung in mehreren Punkten angepasst. Nach Einigung von Union und SPD fallen Entlastungen für Versicherte und die Pharmabranche moderater aus als ursprünglich geplant.
Weniger Belastung für Versicherte
Die Zusatzbeiträge für bislang beitragsfrei mitversicherte Ehepartner werden auf 2,5 statt 3,5 Prozent gesenkt. Eltern mit Kindern bis elf Jahren sind ausgenommen, die Altersgrenze wurde von sechs Jahren angehoben. Zudem steigen die Zuzahlungen für Medikamente zwar um 50 Prozent, doch ein automatischer Anstieg entfällt.
Mehr Geld vom Bund
2027 fließen 1,4 Milliarden Euro mehr aus dem Bundeshaushalt an die Krankenkassen. Finanzminister Klingbeil (SPD) stellt bis 2030 jährlich 750 Millionen Euro für Grundsicherungsempfänger bereit. Der Bundeszuschuss sinkt zwar, bleibt aber höher als im ursprünglichen Entwurf. Ziel ist, neue Beitragserhöhungen 2027 zu vermeiden.
Zugeständnisse an Pharmaindustrie
Der Herstellerabschlag auf Medikamente wird auf 15,5 Prozent verdoppelt, doch ein lange geplanter dynamischer Abschlag entfällt. Die Pharmaindustrie hatte mit Standortverlagerungen gedroht. Die Koalition will das Paket noch vor der Sommerpause verabschieden.
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