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International 16.03.2026, 11:37

Giftige Abwässer aus Myanmars Minen vergiften Grenzflüsse in Thailand

Wasserproben im Kok-Fluss zeigen hohe Konzentrationen von giftigen Schwermetallen wie Arsen.

Wichtige Fakten

  • Wasserproben im Kok-Fluss zeigen hohe Konzentrationen von giftigen Schwermetallen wie Arsen.
  • Die Verschmutzung stammt aus unregulierten Minen für seltene Erden und Gold in Myanmar.
  • Die Schadstoffe gelangen über den Mekong in mehrere südostasiatische Länder.
  • Fischer und Anwohner in Thailand leiden unter Hautreizungen und verlieren ihre Lebensgrundlage.
  • Eine thailändisch-myanmarische Untersuchungskommission hat bisher keine Lösung erreicht.

Umweltkatastrophe an der Grenze

In der Grenzregion zwischen Myanmar und Thailand werden durch unregulierte Minen für seltene Erden und Gold giftige Schwermetalle wie Arsen, Cadmium und Quecksilber freigesetzt und in Flüsse geleitet. Laut Analysen der Universität Chiang Mai ist die Konzentration dieser Gifte im Kok-Fluss um ein Vielfaches höher als die Grenzwerte, wobei die Belastung zur myanmarischen Grenze hin zunimmt. Die Verschmutzung betrifft auch andere Gewässer wie den Salween und könnte sich über den Mekong auf Laos, Kambodscha und Vietnam ausweiten.

Gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen

Die Folgen für die lokale Bevölkerung in Thailand sind dramatisch: Fischer wie Kob Kotkam aus Tha Ton leiden unter Hautreizungen und können ihrem Beruf nicht mehr nachgehen, da Fische als Lebensgrundlage wegfallen. In Chiang Rai wurden sogar erhöhte Arsenwerte im Trinkwasser gemessen, was Behörden veranlasst hat, zum Konsum von abgefülltem Wasser zu raten. Betroffene haben Briefe an thailändische, myanmarische und chinesische Behörden geschickt, doch niemand fühlt sich verantwortlich.

Politische und regionale Herausforderungen

Die thailändischen Behörden bestätigen Gespräche mit dem myanmarischen Regime, doch der anhaltende Bürgerkrieg in Myanmar erschwert Lösungen, da das Militär nicht alle Gebiete kontrolliert. Eine gemeinsame Untersuchungskommission wurde eingerichtet, hat aber bislang keine Fortschritte erzielt. Wissenschaftler und Bürger wie Kob Kotkam sammeln weiterhin Daten als "Citizen Scientists", um auf die Krise aufmerksam zu machen und Risikokarten zu erstellen.

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