Großbritannien erwägt libidosenkende Medikamente für Sexualstraftäter
Wichtige Fakten
- • Probanden in England und Wales könnten libidosenkende Medikamente erhalten.
- • In Dänemark und Frankreich nur freiwillige Behandlung.
- • In Polen seit 2009 Pflicht.
- • Südkorea führte als erstes asiatisches Land chemische Kastration ein.
Überblick
In England und Wales könnten tausende Sexualstraftäter künftig libidosenkende Medikamente erhalten. Diese werden bereits in mehreren Ländern eingesetzt, aber Praktiken und Ethik werden kontrovers diskutiert.
Behandlungsansätze
Laut Professorin Belinda Winder, forensische Psychologin, können Medikamente helfen, ständige sexuelle Gedanken zu unterdrücken. Ein Patient berichtete, dass er plötzlich normale Dinge tun konnte ohne ständig abgelenkt zu sein. Einsatz findet unter anderem Antidepressiva oder Antiandrogene, die Testosteron senken.
Internationale Praxis
In Dänemark und Frankreich nur freiwillig, Deutschland bietet das Dunkelfeld-Projekt kostenlose Therapie an. Härtere Maßnahmen gibt es in Polen mit Zwang, Südkorea sowie Australien, Kasachstan und einige US-Staaten wie Kalifornien und Florida.
Ethische Debatte
Der Einsatz ist umstritten: Bereits Alan Turing wurde 1952 zu chemischer Kastration verpflichtet. Schwere Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Knochenschwund können auftreten. Eine Entscheidung über Bewährung darf nicht allein vom Medikament abhängen, betont Winder, aber Medikamente könnten Rückfälligkeit senken.
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