Großbritannien verschärft Social-Media-Regeln: Nächtliche Sperre für 16- und 17-Jährige geplant
Wichtige Fakten
- • Sozialministerin Liz Kendall verteidigt die Maßnahmen gegen Kritik.
- • Gesetzespaket sieht Verbot für unter 16-Jährige bis Weihnachten 2026 vor.
- • Elternvertreter und Opposition kritisieren Pläne als leicht umgehbar.
- • Inkrafttreten der nächtlichen Sperre für 16- und 17-Jährige offen.
- • Australien als Vorbild bereits seit Dezember 2024 aktiv.
Hintergrund der neuen Social-Media-Ausgangssperre
Die britische Regierung plant eine nächtliche Ausgangssperre für Social-Media-Apps wie Instagram, TikTok und YouTube für 16- und 17-Jährige. Die Sperre soll standardmäßig zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens gelten, kann jedoch von den Jugendlichen in den Kontoeinstellungen deaktiviert werden. Zusätzlich sollen suchterzeugende Funktionen wie Autoplay und unendlicher Scrollvorgang standardmäßig ausgeschaltet werden. Laut der Regierung sollen diese Maßnahmen die Schlafqualität, Konzentration und das Familienleben der Jugendlichen verbessern.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Online-Sicherheitsminister Kanishka Narayan verteidigte die Politik als die weltweit robusteste Regulierung von Tech-Unternehmen. Die konservative Schatten-Bildungsministerin Laura Trott kritisierte die Pläne hingegen als "ein strukturloses Durcheinander", da die Jugendlichen die Sperre einfach abschalten könnten. Auch Kinderrechtsorganisationen wie die Molly Rose Foundation und die Kinderbeauftragte für England, Dame Rachel de Souza, äußerten Zweifel an der Wirksamkeit und forderten umfassendere Maßnahmen. Ein besonders kritischer Punkt: Die Umsetzung soll durch eine kleine Studie mit 300 Teenagern gestützt sein, deren Ergebnisse jedoch von Wissenschaftlern als begrenzt aussagekräftig eingestuft werden.
Aktuelle Entwicklungen
Neue Aussagen von Technologieministerin Liz Kendall betonen, die Maßnahmen seien entscheidend für Schlaf und Konzentration der Jugendlichen. Das Gesetzespaket sieht im Kern ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige vor, das bis Weihnachten 2026 verabschiedet und im Frühjahr 2027 in Kraft treten soll. Australien, das erste Land mit einem solchen Verbot im Dezember 2024, dient als Vorbild. Die Debatte über die Wirksamkeit und leichte Umgehbarkeit der Sperren dauert an, wobei Elternvertreter den Plan als nutzlos kritisieren.
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