Großbritannien streicht globales Gesundheitsprogramm für Afrika
Wichtige Fakten
- • Das Global Health Workforce Programme (GHWP) in sechs afrikanischen Ländern wird Ende März geschlossen.
- • Das Programm diente der Ausbildung von Gesundheitspersonal und der Stärkung von Gesundheitssystemen.
- • Die Streichung erfolgt aufgrund von Kürzungen der britischen Entwicklungshilfe auf 0,3% des BIP.
- • Experten warnen vor negativen Folgen für die globale Pandemievorsorge und Gesundheitssicherheit.
Programmende und Hintergrund
Großbritannien beendet das Global Health Workforce Programme (GHWP), ein Flaggschiffprojekt zur Stärkung von Gesundheitssystemen in sechs afrikanischen Ländern (Ghana, Kenia, Nigeria, Äthiopien, Malawi und Somaliland). Das Programm, das seit 2008 in verschiedenen Iterationen lief, sollte durch Ausbildung von Gesundheitspersonal die globale Pandemievorsorge verbessern und moralischen Verpflichtungen nachkommen, da Großbritannien viele Fachkräfte aus diesen Ländern rekrutiert.
Gründe und Reaktionen
Die Schließung erfolgt aufgrund von Kürzungen der britischen Entwicklungshilfe, die unter der Labour-Regierung auf 0,3% des BIP reduziert wurde, nachdem sie zuvor unter Boris Johnson von 0,7% auf 0,5% gesenkt worden war. Der FCDO-Minister Chris Elmore begründete dies mit der Notwendigkeit, bei weniger Geld fokussierter zu arbeiten, während Kritiker wie Ben Simms von Global Health Partnerships vor einem historischen Rückschritt in der globalen Gesundheitspolitik warnen und betonen, dass Investitionskürzungen langfristig höhere Kosten und menschliches Leid verursachen könnten.
Auswirkungen und Bewertung
Ein unabhängiger Bericht der ICAI kritisierte kürzlich, dass die Mittelvergabe nicht immer auf strategischen Prioritäten oder Kosteneffizienz basiere. Projekte wie die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und HIV-Infektionen in Kenia könnten ohne Förderung Rückschritte erleiden, was laut Caren Okombo auch Großbritannien betreffen könnte, da Gesundheitsbedrohungen grenzüberschreitend sind. Die Regierung betont zwar weiteres Engagement für nachhaltige Gesundheitssysteme, doch Experten bezweifeln die Wirksamkeit ohne langfristige Investitionen.
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