Teilen:
Wirtschaft 26.08.2026, 05:47 Aktualisiert: 26.08.2026, 10:01

Kanada und USA: Handelsgespräche scheitern erneut – Vance-Äußerungen belasten Verhandlungen

US-Vizepräsident Vance verspottete Carney in geleaktem Audio als 'sehr sympathischen Kerl'.

Wichtige Fakten

  • US-Vizepräsident Vance verspottete Carney in geleaktem Audio als 'sehr sympathischen Kerl'.
  • Kanada kündigte 'Dollar-für-Dollar'-Vergeltungszölle auf US-Waren an.
  • Trump nannte Kanada 'schwierig und unvernünftig' nach dem Scheitern der Gespräche.
  • Umfragen zeigen starke Unterstützung für Carneys harte Linie in allen Provinzen, auch in Quebec.
  • Carney betont Unabhängigkeit von den USA und stärkt Bande zu China und EU.

Scheitern der Handelsgespräche

Die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada sind über das Wochenende dramatisch zusammengebrochen. Kanadische Unterhändler verließen die Verhandlungen nur Stunden bevor US-Zölle von 50 Prozent auf kanadische Importe im Wert von 20 Milliarden US-Dollar in Kraft traten. Premierminister Mark Carney warf den USA vor, 'wirtschaftliche Integration als Waffe' einzusetzen. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für das Scheitern.

Provokante Aussagen und Reaktionen

Ein geleakter Audio-Mitschnitt zeigt, dass US-Vizepräsident JD Vance private Aussagen über Carney machte – er nannte ihn einen 'sehr netten Kerl', der 'seine Brust aufblähe' und ankündigte, Donald Trump 'übertrumpfen' zu wollen. Kanadas Außenhandelsbeziehungen stehen nun unter Druck. Ottawa kündigte einen Tag nach dem Scheitern 'Dollar-für-Dollar'-Vergeltungszölle auf hunderte US-amerikanische Produkte an, die ab Oktober gelten sollen.

Nationale Geschlossenheit und Unterstützung

In Kanada zeigt sich eine breite Einigkeit: Umfragen aus den letzten Wochen belegen eine Mehrheit für Carneys strikten Kurs – in allen Provinzen, sogar in Quebec. Kommentatoren sprechen von einer historischen nationalen Einheit. Die Kanadier meiden US-Waren, die Zahl der Grenzübertritte ist deutlich gesunken. Die New Yorker Tourismusbehörde startete eine Kampagne, um kanadische Besucher zurückzugewinnen.

Carney nutzt die Krise für eine Neuausrichtung der Außenpolitik: Kanada will sich stärker an Europa und Asien orientieren. Die USA sehen sich dagegen einer wachsenden Zahl von Partnern gegenüber, die Widerstand gegen Trumps handelspolitische Erpressung leisten. Das französische Quebec und Carneys Ambitionen stehen dabei beispielhaft für einen Souveränitätskampf, der symbolisch über Staatsgrenzen hinausgeht.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.