Clintons vor Kongressausschuss: Bill Clinton bestreitet Epstein-Kenntnisse
Wichtige Fakten
- • Bill Clinton sagte unter Eid aus, keine Kenntnis von Epsteins Verbrechen gehabt zu haben.
- • Der Ex-Präsident betonte, seine Kontakte zu Epstein seien kurz gewesen und früh beendet worden.
- • Demokraten fordern nun auch eine Aussage von Ex-Präsident Donald Trump zum Epstein-Fall.
- • Die Aussage fand hinter verschlossenen Türen in Clintons Wohnort Chappaqua, New York statt.
- • Es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger US-Präsident vor Kongressmitgliedern aussagen musste.
Aussage von Bill Clinton
Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat vor dem Kongressausschuss für Aufsicht und Reform unter Eid ausgesagt, keine Kenntnis von den Straftaten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gehabt zu haben. In einer Stellungnahme betonte Clinton, er habe "nichts gesehen und nichts Falsches getan". Seine Bekanntschaft mit Epstein sei nur kurz gewesen und habe geendet, Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht kamen. Clinton erklärte, er wolle unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei, und werde "nicht 24 Jahre später Detektiv spielen". Die Aussage fand hinter verschlossenen Türen in Clintons Wohnort Chappaqua im Bundesstaat New York statt – es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger US-Präsident dazu gezwungen wurde, vor Kongressmitgliedern auszusagen.
Politische Reaktionen und Forderungen
Demokratische Ausschussmitglieder sehen in der erzwungenen Aussage von Bill Clinton einen Präzedenzfall, der auch für Ex-Präsident Donald Trump gelten sollte. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia forderte umgehend, dass Trump vor dem Ausschuss zu seinen Epstein-Verbindungen aussagt. Der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer ist dazu jedoch nicht bereit. Während der Anhörung sagte Clinton auf Nachfrage, es liege am Ausschuss, ob Trump vorgeladen werden sollte, und betonte, Trump habe ihm gegenüber nie etwas gesagt, das auf eine Beteiligung an kriminellen Aktivitäten mit Epstein hindeute.
Hintergrund und weitere Entwicklungen
Bill Clintons Verhältnis zu Epstein und dessen Mittäterin Ghislaine Maxwell in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren ist dokumentiert. Laut ARD-Korrespondentin Gudrun Engel war Epstein mindestens 17 Mal im Weißen Haus zu Gast, als Clinton Präsident war, und Clinton befand sich mindestens 27 Mal in einem Flugzeug, das Epstein gehörte oder gechartert hatte. Später unterstützte Epstein die Clinton-Stiftung finanziell. Der Ausschuss will nach Angaben von Engel keine neuen Ermittlungen anstoßen, sondern Transparenz über das "riesengroße Netzwerk" schaffen, in dem sich Reiche und Schöne um Epstein versammelten.
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