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Gesellschaft 28.04.2026, 11:45

ifo-Chancenmonitor: Bildungschancen in Deutschland stark von Herkunft und Geschlecht abhängig

Jungen: 36,9% Gymnasialbesuch, Mädchen: 43,5%.

Wichtige Fakten

  • Jungen: 36,9% Gymnasialbesuch, Mädchen: 43,5%.
  • Kinder reicher Eltern mit Abitur: 80,3% Gymnasium.
  • Kinder armer Eltern ohne Abitur: nur 16,9%.
  • Bildungsungleichheit hat sich seit 2019 verfestigt.
  • Forscher empfehlen mehr männliche Erzieher und Abbau von Geschlechterstereotypen.

Das ifo-Institut hat in seinem aktuellen Chancenmonitor festgestellt, dass Jungen im deutschen Bildungssystem deutlich benachteiligt sind und die soziale Herkunft weiterhin entscheidend über Bildungschancen bestimmt.

Laut der Studie, für die Daten von rund 68.000 Kindern und Jugendlichen aus dem Mikrozensus 2022 ausgewertet wurden, besuchen im Schnitt 40,1 Prozent aller Schüler ein Gymnasium, aber nur 36,9 Prozent der Jungen – hingegen 43,5 Prozent der Mädchen. Der Rückstand ziehe sich durch alle sozialen Schichten und verstärke sich mit zunehmendem Alter.

Besonders eklatant sind die Unterschiede bei der sozialen Herkunft: Kinder von Eltern ohne Abitur und mit einem Nettoeinkommen unter 2.750 Euro schaffen es nur zu 16,9 Prozent auf das Gymnasium. Haben beide Eltern Abitur und steht ein monatliches Einkommen von über 6.000 Euro zur Verfügung, sind es 80,3 Prozent. Die Forscher sprechen von einer Verfestigung sozialer Ungleichheit im Vergleich zu 2019.

Um Jungen besser zu fördern, empfehlen die Studienautoren mehr männliche Erzieher in Kitas und Grundschulen sowie die Überwindung von Geschlechterstereotypen, etwa dass Lesen als Mädchensache gelte.

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