Internationale Marine-Mission für Hormus geplant, aber abhängig von Waffenruhe
Wichtige Fakten
- • Rund 50 Staaten beraten in Paris über eine defensive Marine-Mission zur Sicherung der Straße von Hormus.
- • Iran öffnet die Straße vorübergehend während der Waffenruhe im Libanon, verlangt aber bestimmte Routen.
- • Deutschland würde sich nur bei Waffenruhe, UN-Mandat und US-Unterstützung beteiligen.
- • Die Mission soll erst starten, wenn die Kampfhandlungen enden und ein Abkommen mit Iran vorliegt.
- • Mehr als ein Dutzend Länder haben Unterstützung für die Mission zugesagt.
Pariser Konferenz plant internationale Marine-Mission
In Paris beraten rund 50 Staaten, darunter Deutschland, Großbritannien und Italien, unter Führung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über eine internationale Marine-Mission zur Sicherung der Straße von Hormus. Die Mission soll einen defensiven Charakter haben und erst starten, wenn eine stabile Waffenruhe in der Region herrscht. Mehr als ein Dutzend Länder haben Unterstützung zugesagt, und Details sollen bei einer Konferenz in London nächste Woche verkündet werden.
Bedingungen für deutschen Einsatz
Deutschland würde sich nur beteiligen, wenn eine dauerhafte Waffenruhe im Iran-Krieg eintritt, ein völkerrechtliches Mandat vorliegt (idealerweise vom UN-Sicherheitsrat) und ein belastbares militärisches Konzept ausgearbeitet wird. Zudem wird eine signifikante Unterstützung durch US-Streitkräfte als wichtig erachtet. Mögliche deutsche Beiträge wären Minenräumung mit Minenjagdbooten oder Seefernaufklärung mit P-8 "Poseidon"-Flugzeugen. Der Bundestag müsste dem Einsatz wie bei jeder bewaffneten Auslandsmission zustimmen.
Iran öffnet Straße vorübergehend
Iran hat angekündigt, die Straße von Hormus während der verbleibenden Waffenruhe im Libanon für Handelsschiffe zu öffnen. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Passage sei möglich, allerdings müssen Schiffe auf von Iran vorgegebenen Routen bleiben. Diese Ankündigung ließ die Ölpreise deutlich fallen. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Öffnung, betonte aber, die US-Seeblockade gegen Iran bleibe bis zu einer endgültigen Verhandlungslösung bestehen.
Herausforderungen und Unsicherheiten
Trotz Irans Ankündigung bleiben erhebliche Risiken bestehen. Experten verweisen auf mögliche Seeminen in der Meerenge, deren genaue Lage unbekannt ist. Die Konferenz in Paris dürfte vorerst nur zu Absichtserklärungen führen, da ein Einsatz ohne Ende der Kampfhandlungen und ohne Abkommen mit Iran unrealistisch erscheint. Reedereien zögern, die Straße zu passieren, bis Sicherheitsgarantien vorliegen. Die Mission wird als "dritter Weg" bezeichnet, der sich von den Kriegsparteien USA und Iran abgrenzt.
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