Internationaler Schlag gegen Online-Missbrauchsnetzwerke: Dutzende Festnahmen
Wichtige Fakten
- • Operation Medusa: 274 neue Spuren, 57 Festnahmen seit April 2026.
- • 156 mutmaßliche Opfer und Täter identifiziert, 158 Opfer in Sicherheit gebracht.
- • Vier Netzwerke zerschlagen, Behörden aus neun Ländern beteiligt.
- • BKA warnt: Betäubung mit Medikamenten und Alkohol lebensbedrohlich.
- • Ermittlungen gehen auf Recherchen von NDR-Journalistinnen zurück.
Internationale Kooperation gegen Missbrauchs-Netzwerke
Internationale Ermittler sind erstmals gezielt gegen Online-Netzwerke von Männern vorgegangen, die ihre Partnerinnen betäuben und sexuell missbrauchen. Die koordinierte Aktion im Juni 2026 führte zu 274 neuen Spuren, 156 identifizierten mutmaßlichen Opfern und Tätern sowie 57 Festnahmen. Europol koordinierte den Einsatz, der unter dem Namen „Projekt Medusa“ läuft. Deutsche und britische Behörden hatten die Leitung, das Bundeskriminalamt und das Hamburger Landeskriminalamt waren maßgeblich beteiligt. Insgesamt waren neun Länder am Einsatz beteiligt.
Täter tauschen sich in Chatgruppen aus
Die Täter missbrauchten ihre Opfer häufig nach Betäubung mit Medikamenten und Alkohol, teilten Videos auf Pornoplattformen und in frauenfeindlichen Chatgruppen. Dabei informierten sie sich auch über die Wirksamkeit von Drogen. Vier solcher Netzwerke wurden zerschlagen. Das BKA betont, dass die Betäubung lebensbedrohlich sein kann und viele Opfer sich nicht an die Taten erinnern. Insgesamt wurden 158 Opfer in Sicherheit gebracht.
Hintergrund der Ermittlungen
Die Aktivitäten der Ermittler waren eine Konsequenz aus Recherchen der NDR-Journalistinnen Isabell Beer und Isabel Ströh. Sie hatten bereits Ende 2024 über das Netzwerk berichtet. Der Fall erinnert an den der Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem Ex-Mann betäubt und zur Vergewaltigung angeboten wurde.
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