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International 27.04.2026, 05:18 Aktualisiert: 27.04.2026, 08:01

Iran-Krieg: Gespräche erneut gescheitert, Ölpreise über 107 Dollar

US-Präsident Trump sagte Pakistan-Reise von Sondergesandten ab.

Wichtige Fakten

  • US-Präsident Trump sagte Pakistan-Reise von Sondergesandten ab.
  • Brent-Rohöl stieg auf 107,26 Dollar pro Fass.
  • Straße von Hormus weiter blockiert, drückt auf globale Lieferketten.
  • Irans Außenminister trifft Putin in St. Petersburg zu Beratungen.
  • Asiatische Börsen erholen sich, Nikkei steigt 1,7 Prozent.

Verhandlungsabbruch und neue Vermittlungsbemühungen

Die Hoffnung auf Fortschritte im Iran-Konflikt hat am Wochenende einen Rückschlag erlitten: Die geplanten direkten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan kamen nicht zustande. US-Präsident Donald Trump sagte die Reise seiner Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner kurzfristig ab und begründete dies mit einem inakzeptablen Vorschlag aus Teheran. Stattdessen setzt der Iran auf Vermittlungsreisen: Außenminister Abbas Araghtschi traf nach seinem Pakistan-Besuch in Sankt Petersburg ein, um mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu sprechen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Treffen, betonte aber, dass Russland zu militärischer Unterstützung nicht bereit sei.

Neuer iranischer Vorschlag zur Straße von Hormus

Unterdessen berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Regierungskreise, Iran habe den Vermittlern einen neuen Vorschlag unterbreitet: Demnach sei eine Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen möglich, wenn Verhandlungen über das Atomprogramm vertagt würden. Offizielle Bestätigungen aus Teheran oder Washington bleiben jedoch aus. Die strategische Meerenge bleibt weiterhin blockiert – mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft, denn etwa ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggasverkehrs passiert die Wasserstraße normalerweise.

Ölpreise und Börsen reagieren

Die wachsende Unsicherheit trieb die Ölpreise am Montag weiter an: Brent-Rohöl stieg um knapp zwei Prozent auf 107,26 Dollar pro Fass, US-Öl notierte bei 95,40 Dollar. Analystin Sophie Huynh von der BNP Paribas warnte vor weitreichenden Folgen für Lieferketten, die von Müllbeuteln bis zu Medikamenten reichen könnten. Die asiatischen Börsen zeigten sich dagegen unbeeindruckt und setzten ihre Erholung fort: Der Nikkei 225 legte um 1,7 Prozent zu, der südkoreanische Kospi stieg um 2,5 Prozent. Beobachter sehen die USA und den Iran in einer Pattsituation. Expertin Claudia Major konstatierte: „Länger durchhalten ist das neue Siegen.“

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