Israel bombardiert historische Stadt Tyros im Libanon - Evakuierung des christlichen Viertels
Wichtige Fakten
- • Israel bombardierte Tyros, acht Tote, 32 Verletzte.
- • Evakuierungsbefehl für christliches Viertel von Tyros erstmals.
- • Iran warnte Israel vor Fortsetzung der Angriffe im Libanon.
- • Hisbollah griff israelische Truppen an, Israel tötete einen Grenzgänger.
- • UNESCO-Welterbestätten in Tyros durch Angriffe beschädigt.
Israel setzt Luftangriffe auf den Libanon fort
Israel hat seine Bombardierungen im Süden Libanons fortgesetzt, trotz einer Warnung Irans, die Angriffe einzustellen. Besonders heftig getroffen wurde die Küstenstadt Tyros (Tyrus), wo nach Behördenangaben mindestens acht Menschen getötet und 32 verletzt wurden. Rettungskräfte suchten noch nach Verschütteten. Die israelische Armee ordnete erstmals eine Evakuierung des historischen christlichen Viertels der Stadt an, unter dem Vorwand, Hisbollah-Kämpfer würden dort operieren. Hunderte Bewohner flohen daraufhin aus dem Viertel.
Erneute Eskalation zwischen Iran und Israel
Die neue Gewaltwelle begann am Sonntag, nachdem Israel einen Hisbollah-Angriff auf den Norden Israels mit Luftangriffen auf Beirut beantwortet hatte. Als Vergeltung feuerte Iran rund 30 ballistische Raketen auf Israel ab. Israel reagierte mit einem „großangelegten Angriff“ auf iranische Verteidigungssysteme und eine petrochemische Anlage. Nach stundenlangen Gefechten erklärten zunächst Iran, dann Israel eine Feuerpause, drohten aber bei neuen Übergriffen mit noch härteren Reaktionen. Israels Ministerpräsident Netanjahu betonte, der Kampf gegen Iran und die Hisbollah sei noch nicht beendet.
Trotz Feuerpause anhaltende Kämpfe
Trotz der vereinbarten Unterbrechung der direkten Angriffe zwischen Iran und Israel gingen die Kämpfe im Libanon weiter. Die Hisbollah bekannte sich erneut zu Raketen- und Drohnenangriffen auf israelische Stellungen. Die israelische Luftwaffe fing zudem eine aus dem Jemen gestartete Drohne ab, die mutmaßlich von den mit Iran verbündeten Huthi-Milizen stammte. Die jüngste Eskalation überschattet die schwelenden Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA, Israel und Iran und weckt Befürchtungen vor einem größeren regionalen Krieg.
Kulturelles Erbe in Gefahr
Die heftigen Angriffe auf Tyros, eine der ältesten Städte der Welt, haben auch zum Teil verheerende Schäden an archäologischen Stätten verursacht, darunter die römischen Ruinen und die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählende Stätte al-Bass. Trümmerteile zerstörten Säulen, Kapitelle und Mosaike. Der Konflikt, der im März begann, als die Hisbollah Vergeltung für die Tötung des iranischen Führers Khamenei übte, hat laut libanesischem Gesundheitsministerium bereits über 3600 Todesopfer gefordert. Fast eine Million Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben.
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