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International 20.08.2026, 07:22

Israel: Exodus und Siedlungsbau verschärfen Krise

Rekordauswanderung: 90.000 Israelis verließen 2025 das Land.

Wichtige Fakten

  • Rekordauswanderung: 90.000 Israelis verließen 2025 das Land.
  • IDF untersucht Tötung des Mädchens Hind Rajab und Rettungssanitäter.
  • Israel schreibt 1.200 Siedlungshäuser in E1 im Westjordanland aus.

Massive Auswanderungswelle

Eine zunehmende Zahl von Israelis verlässt das Land. Laut Daten der Universität Tel Aviv stieg die Zahl der Auswanderer im Vergleich zum Durchschnitt des letzten Jahrzehnts um etwa 50 Prozent. Besonders betroffen sind gut ausgebildete Fachkräfte wie Ärzte, Ingenieure und IT-Spezialisten. Die Gründe sind vielfältig: Sicherheitsbedenken nach dem Gaza-Krieg, hohe Lebenshaltungskosten und Unzufriedenheit mit der religiös-nationalistischen Regierung unter Benjamin Netanjahu. Viele fürchten eine wachsende Rolle ultraorthodoxer Parteien, die zunehmend Einfluss in Regierung und Gesellschaft gewinnen.

IDF-Leugnung und späte Aufklärung

Die israelische Armee hat erstmals eingeräumt, auf ein Fahrzeug geschossen zu haben, in dem die fünfjährige Hind Rajab saß. Eine Telefonaufnahme zeigte ihr verzweifeltes Hilferufen, bevor die Verbindung abbrach. Zahlreiche internationale Reaktionen verurteilten den Vorfall als Kriegsverbrechen. Nun kündigte die Armee eine strafrechtliche Untersuchung an, auch für weitere Vorfälle mit getöteten Zivilisten und Rettungskräften. Menschenrechtsorganisationen zweifeln jedoch an der Unabhängigkeit dieser Untersuchungen.

Siedlungsausbau trotz internationaler Kritik

Trotz anhaltender internationaler Verurteilung hat Israel den Bau von rund 1.200 weiteren Siedlungshäusern in der strategisch wichtigen E1-Zone östlich von Jerusalem ausgeschrieben. International gilt dies als illegal und würde eine Zweistaatenlösung faktisch unmöglich machen. Die Palästinenser fürchten die Vertreibung von Beduinengemeinschaften und eine Teilung des Westjordanlands. Großbritannien verurteilte den Schritt scharf und kündigte Gegenmaßnahmen an.

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