Teilen:
International 13.08.2026, 06:45 Aktualisiert: 13.08.2026, 18:01

Westjordanland: Armee räumt Siedler-Wohnungen und fordert Palästinenser zum Verlassen auf

Israelische Armee fordert 20 palästinensische Familien auf, ihre Häuser zu verlassen.

Wichtige Fakten

  • Israelische Armee fordert 20 palästinensische Familien auf, ihre Häuser zu verlassen.
  • Zwei illegale Siedler-Außenposten bei Qusra abgebaut, ein Israeli festgenommen.
  • UN dokumentiert 1.430 gewalttätige Vorfälle durch Siedler in diesem Jahr.
  • Polizei evakuiert zwei belagerte Familien in Qusra, Wasser- und Stromanschluss blockiert.
  • Palästinenserhaus in Qusra als Militärstützpunkt genutzt, 47 Dörfer ganz geräumt.

Neue Eskalation in Qusra

Im Westjordanland hat die israelische Armee während einer Militäroperation in Qusra rund 20 palästinensische Familien aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Nach tagelangen Blockaden durch extremistische Siedler waren zuvor Hilfsgüter und medizinische Versorgung für die Dorfbewohner abgeschnitten, nun räumte das Militär zwei illegale Siedler-Außenposten. Israels Armee erklärte, die Bewohner sollen geschützt werden, doch die Bewohner sehen ihre Häuser beschlagnahmt: So dient ein verlassener palästinensisches Anwesen nun als Militärstützpunkt, und der Ort wurde zur geschlossenen Militärzone erklärt.

Eingeschlossene Familien und internationale Kritik

Die krisenhafte Situation hatte sich am Sonntag zugespitzt, als israelische Siedler mindestens zwei palästinensische Familien in ihren Häusern belagern. Auch Yousef Hassan und seine Familie wurden bezeichnet sich mit nicht mehr als Leitungswasser und kaum Lebensmitteln versorgt. Die UN berichtet von über 1.430 gewalttätigen Vorfällen von Siedlern allein in diesem Jahr, was zu Vertreibungen und massiven Einschüchterungen führte. Unter internationalem Druck, auch vom US-Botschafter Mike Huckabee hinge nicht zurück, zeigte sich nun zumindest, dass Maßnahmen der Armee eingeleitet wurden – ein General besucht Hochburg, Israel verstärkt Grenztruppen mit Reservisten.

Hintergrund and Ausmaß der Siedlergewalt

Die israelische Armee, die ursprünglich ein Auge zudrückte, reagierte auf politischen Druck, doch bleibt die gemeldete Bilanz alarmierend: Nach Palästinenserzähligen gingen zunehmend ganze Siedlungsaußenposten mit Landraub und Angriffen auf Dörfer einher, betroffen sind besonders vulnerable Familien in Qusra. Der UN-Nothilfekoordinator Ramiz Alakbarov nennt Folge von Jahren seit dem letzten Friedensprozess rund 230 bis 240 illegal errichtete Außenposten in den letzten Regierungsjahren. Mit Schätzungen von Organisationen kontrollieren diese faktisch fast 20 Prozent des Westjordanlandes. Nur wenige Straftaten führen offenbar zur Anklage. Menschenrechtler warnen langfristig, dass der Prozess der Vertreibung der Palästinenser von israelischer Seite systematisch vorangetrieben wird.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.