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Politik 01.05.2026, 14:26

Israels Linke: Vom Friedensnobelpreis zur politischen Bedeutungslosigkeit

Die Friedensinitiative der 1990er (Peres, Rabin) ist weitgehend verschwunden.

Wichtige Fakten

  • Die Friedensinitiative der 1990er (Peres, Rabin) ist weitgehend verschwunden.
  • Nur 20-25% der Israelis befürworten noch eine Zweistaatenlösung.
  • Die früheren Regierungsparteien Meretz und Awoda haben nur noch wenige Sitze.
  • Neue liberale Partei „Demokraten“ vermeidet klare Positionen zu Siedlerräumung.
  • Junge Linke wie der 13-jährige Amitai pflegen weiter Kontakt zu Palästinensern.

Der Aufstieg und Fall der israelischen Friedensbewegung

In Israel links zu sein, bedeutete einst, sich für Frieden mit den Palästinensern einzusetzen. Doch nach Jahrzehnten des Rechtsrucks ist die einst einflussreiche Friedensbewegung nur noch ein Schatten ihrer selbst. Auf dem „Friedensgipfel des Volkes“ in Tel Aviv treffen sich die letzten Reste der israelischen Linken. Aktivistin Mika Almog, Enkelin des Friedensnobelpreisträgers Schimon Peres, kritisiert, dass der Frieden bewusst von der nationalen Agenda gestrichen wurde. Ihr Großvater hatte in den 1990er-Jahren mit Jitzchak Rabin und Jassir Arafat die Zweistaatenlösung vorangetrieben – heute unterstützen laut Meinungsforscherin Dahlia Scheindlin nur noch 20 bis 25 Prozent der Israelis dieses Konzept.

Die Krise der traditionellen linken Parteien

Der Rechtsruck wird von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorangetrieben, der Linke als Verräter beschimpft. Die frühere links-grüne Partei Meretz und die Arbeiterpartei Awoda sind in der Knesset fast bedeutungslos: Awoda hat nur noch vier von 120 Sitzen. Um zu überleben, fusionierten beide zur neuen Partei „Demokraten“ unter Ex-General Yair Golan. Dieser spricht vorsichtig von einer „Trennung“ von den Palästinensern, vermeidet aber die umstrittene Räumung von Siedlungen – ein Zeichen dafür, dass selbst moderate Linke keine Stimmen mehr riskieren wollen. Junge Aktivisten wie der 13-jährige Amitai, der in Jerusalem noch persönliche Kontakte zu palästinensischen Nachbarn pflegt, sind die Ausnahme. Der letzte Rest der Linken gibt aber nicht auf: In Aktivist Mossi Raz lebt die Hoffnung auf Rückkehr in die Knesset weiter.

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