Italien: Europas Problemkind bei Elektroautos
Wichtige Fakten
- • Nur 400.000 E-Autos in Italien, fünfmal weniger als in Deutschland.
- • 70% der Fördermittel der letzten vier Jahre flossen in Verbrenner.
- • Chinesischer Kleinwagen Leapmotor T03 ist meistverkauftes E-Auto Italiens.
- • Hohe Ladekosten machen E-Auto teurer als Benziner.
Italiens E-Auto-Krise
Italien ist das zweitgrößte Autoland der EU, hat aber mit nur rund 400.000 Elektroautos enormen Nachholbedarf – fünfmal weniger als Deutschland. In Umfragen zeigen sich Italiener besonders skeptisch gegenüber der Elektromobilität; Zweifel an Batterien, Reichweite und Kosten sind weit verbreitet.
Politik und Markt als Bremsklötze
Die Politik unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fördert bislang vor allem Verbrenner: 70 Prozent der drei Milliarden Euro Fördergelder flossen in Benzin- und Dieselautos. Autojournalist Francesco Lago sieht zudem kulturelle Ursachen: Die Italiener legten mehr Wert auf günstige Kleinwagen und Schnäppchen. Der chinesische Hersteller Leapmotor lockte Käufer mit einem E-Auto für nur 4.000 Euro – meistverkauftes E-Auto des Landes.
Infrastruktur und Kosten
Francesco Naso von Motus-E kritisiert die relativen Recyclingquoten: Das Ladenetz sei zwar relativ groß, doch hohe Ladekosten machten E-Autos teurer als Verbrenner. Zudem fehle es an Dienstwagen und Eigenheimen mit Solardächern. Solange Politik und Verbraucher zögern, werde Italien seinen Beitrag zu den EU-Klimazielen nicht leisten können.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.