Italo will deutsches Schienennetz erobern: Wettbewerb oder Chaos?
Wichtige Fakten
- • Italo investiert 3,6 Milliarden Euro und kauft 30 Züge von Siemens.
- • Italo plant ab 2028 auf den Strecken Hamburg-Berlin-München und München-Köln-Dortmund.
- • Die Deutsche Bahn hat mit rund 95 Prozent ein Quasi-Monopol im Fernverkehr.
- • Die EVG warnt, dass durch Italo 16 Städte vom Fernverkehr abgekoppelt werden könnten.
- • Die Bundesnetzagentur prüft eine Beschwerde von Italo gegen DB InfraGO.
Italo plant Einstieg in deutschen Fernverkehr
Das private italienische Bahnunternehmen Italo will ab 2028 mit 30 Zügen in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Das Unternehmen plant Investitionen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro und hat 30 Züge bei Siemens bestellt. Fokus sollen die Hauptstrecken Hamburg-Berlin-München und München-Köln-Dortmund sein. Die Bundesregierung begrüßt das Interesse und befürwortet mehr Wettbewerb auf der Schiene.
Bahn warnt vor negativen Folgen
Bahnchefin Evelyn Palla und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisieren die Pläne scharf. Sie befürchten einen ungesteuerten Wettbewerb und dass die Deutsche Bahn von lukrativen Strecken verdrängt wird. Die EVG warnt, dass dadurch mindestens 16 Städte den Anschluss an das Fernverkehrsnetz verlieren könnten. Verkehrsforscher sehen dagegen positive Effekte für Angebot und Ticketpreise.
Streit um Trassenvergabe
Italo fordert langfristige Rahmenverträge für die Trassennutzung, was DB InfraGO ablehnt. Eine Beschwerde von Italo bei der Bundesnetzagentur wird derzeit geprüft. Eine Entscheidung könnte Signalwirkung für künftigen Wettbewerb haben. Derzeit entscheidet die Bahntochter DB InfraGO über die Trassenvergabe, was von Kritikern als unhaltbare Situation angesehen wird.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.