Japan: Größter Protest für pazifistische Verfassung seit Jahren
Wichtige Fakten
- • 50.000 Menschen protestierten in Tokio gegen Verfassungsänderung.
- • Premier Takaichi fordert 'fortgeschrittene Diskussionen' zur Revision.
- • Artikel 9 verbietet Japan militärische Gewalt zur Konfliktlösung.
- • 57% der Befragten unterstützen Revision (Yomiuri-Poll).
- • 47% unterstützen Änderung (Asahi-Poll).
Hintergrund
In Japan haben am Verfassungstag rund 50.000 Menschen in Tokio und tausende weitere landesweit gegen die von Premierministerin Takaichi geplante Revision der pazifistischen Verfassung protestiert. Takaichi, die seit letztem Herbst im Amt ist, machte die Änderung insbesondere von Artikel 9 zu einem Schwerpunkt ihrer Regierung. Sie argumentiert, die Verfassung müsse periodisch aktualisiert werden, um 'den Forderungen der Zeit' gerecht zu werden, vor allem angesichts zunehmender Sicherheitsbedrohungen durch Nordkorea und China. Befürworter der Verfassung hingegen betonen, dass Artikel 9 Japan vor unnötiger Beteiligung an Konflikten wie US-Kriegen bewahrt habe. Umfragen zeigen eine tiefe Spaltung der Gesellschaft: Während eine Erhebung der konservativen Zeitung Yomiuri 57 Prozent Zustimmung für eine Revision findet, spricht sich nur 47 Prozent laut einer Umfrage der liberalen Asahi dafür aus.
Proteste
In Tokio führten Demonstranten, darunter auch Lokalpolitiker, Transparente mit Anti-Kriegs-Parolen. Die Organisatoren sehen in der Mobilisierung eine Welle wachsenden Widerstands gegen Takaichis Reformpläne. Ähnliche Veranstaltungen fanden in Dutzenden Städten statt.
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