Kampf ums All: Wie Satelliten zur Machtfrage werden
Wichtige Fakten
- • Starlink-Betreiber SpaceX bereitet den größten Börsengang der Geschichte vor.
- • China hat eigene Navigationssysteme und eine Raumstation aufgebaut.
- • Russland stört mit Störsendern in Kaliningrad Satellitensignale in Europa.
- • Deutschland plant bis 2030 Investitionen von 35 Milliarden Euro.
- • Satelliten sind Dual-Use-Systeme, deren Einordnung als zivil oder militärisch schwierig ist.
Rivalität der Großmächte im All
Satelliten sind für viele Lebensbereiche unverzichtbar: Navigation, globaler Handel und Stromnetze sind darauf angewiesen. Laut Weltraumexpertin Juliana Süß von der Stiftung Wissenschaft und Politik wären die Folgen eines Ausfalls sofort spürbar. Im Wettstreit um die Vorherrschaft im All liegen die USA laut Einschätzung klar vorn. Dank historischer Investitionen und Tausender privater Satelliten wie dem Starlink-System von SpaceX bleibt die führende Rolle bestehen. China hat aufgeholt und verfügt über eigene Navigationssysteme und die Raumstation Tiangong, während die deutsche Initiative den Rückstand verkürzen soll.
Bedrohungen und Abhängigkeiten
Russland setzt zunehmend auf Anti-Satelliten-Strategien: In Kaliningrad stört es Navigationssignale, die Schiffe und Flugzeuge in der Ostsee gefährden. Expertin Süß und Sicherheitsexperte Stefan Niemann warnen vor unklaren Grenzen zwischen ziviler und militärischer Nutzung, da viele Systeme wie Servicer-Satelliten mit Greifarmen nicht eindeutig einem Zweck zuzuordnen sind. Deutschland will seine Abhängigkeit von US-Weltraumfähigkeiten reduzieren: Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte eine Strategie vor, die unter anderem in 'Wächtersatelliten' und Bodenstationen investiert.
Ausbau der eigenen Fähigkeiten in Deutschland
Mit Investitionen von 35 Milliarden Euro bis 2030 soll die Resilienz, Abschreckung und Erkennung von Bedrohungen gestärkt werden. Ziel ist es, unabhängiger von Partnersystemen zu werden und eine bessere eigene Weltraumüberwachung aufzubauen. Allerdings warnen Experten vor Illusionen: Der von den USA angestrebte Schutzschild 'Golden Dome' soll nahezu komplette Unverwundbarkeit bieten, was aber technisch und finanziell extrem anspruchsvoll ist. Auch China präsentiert ambitionierte Visionen, deren Realisierbarkeit aber ungewiss bleibt.
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