Kirche zwischen Engagement und Kritik: Spannungen beim Katholikentag
Wichtige Fakten
- • Rund 19 Millionen Katholiken in Deutschland, Tendenz sinkend.
- • Bundestagspräsidentin Klöckner (CDU) kritisiert Kirche: Tempolimit-Debatte nicht ihre Sache.
- • Söder (CSU) warnt Kirche vor finanziellen Folgen bei zu viel Kritik.
- • ZdK-Präsidentin Stetter-Karp fordert Einmischen in Politik und Solidarität.
- • AfD wegen Unvereinbarkeit mit christlichen Werten nicht auf Katholikentag vertreten.
Auftakt des Katholikentags: Politprominenz in Würzburg
In Würzburg findet der diesjährige Katholikentag statt, bei dem sich führende Politiker der Republik, darunter der Kanzler und der Bundespräsident, versammeln. Gastgeberbischof Franz Jung betonte zu Beginn den Anspruch der Kirche, Politik aktiv mitzugestalten. Er verwies auf die Notwendigkeit globaler Zusammenarbeit statt nationaler Abschottung.
Spannungen zwischen Union und Kirche
Die Rolle der Kirche in der Politik sorgt für Konflikte. Aus dem als kirchennah geltenden Unionslager forderte Julia Klöckner (CDU), dass sich die Kirche weniger zu tagesaktuellen Themen wie dem Tempolimit äußern solle. Auch Markus Söder (CSU) zeigte sich kritisch und verglich die Kirche mit einer NGO – eine Aussage, auf die kirchliche Vertreter wie Irme Stetter-Karp mit der Forderung nach vermehrtem Engagement konterten. Christen müssten sich klar zu Menschenwürde und Solidarität bekennen.
Historische Wurzeln und aktuelle Positionierungen
Der Katholikentag hat seine Ursprünge im Kulturkampf des 19. Jahrhunderts und sieht sich historisch mit der Demokratie verbunden. Heute besteht die größte Spannung zur AfD, die nach Ansicht der Bischöfe nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar ist. Die Kirche zeigt sich bereit zur Diskussion mit AfD-Anhängern, jedoch nicht zur Kooperation auf offizieller Ebene.
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