Kleinwagen werden teurer und seltener: EU-Vorschriften unter Druck
Wichtige Fakten
- • VW Polo stieg binnen 6 Jahren um 28 % auf 20.135 €.
- • Modellvielfalt bei Kleinwagen schrumpfte um über 30 Modelle.
- • EU schreibt über 20 Assistenzsysteme vor, erhöht Preis um 1.500–2.000 €.
- • Opel-Chef fordert niedrigere Anforderungen für Kleinwagenkategorie.
- • EU plant neue Kategorie M1e mit Erleichterungen für CO2-Bilanz.
Kleinwagenpreise steigen drastisch
Kleinwagen werden zunehmend teurer und seltener. Laut ADAC-Experte Fabian Faehrmann ist die Modellvielfalt in den letzten zehn Jahren um über 30 Modelle geschrumpft. Hersteller wie Ford, Peugeot und Škoda haben Modelle wie Fiesta, 108 oder Citigo eingestellt. Die Preise stiegen massiv: Der VW Polo kostet heute mindestens 20.135 Euro, ein Plus von 28 Prozent innerhalb von sechs Jahren. Der Toyota Aygo X verteuerte sich sogar um über 100 Prozent auf 21.990 Euro.
Gründe für die Preisexplosion
Opel-Chef Florian Huettl nennt Inflation, höhere Rohstoff- und Energiekosten sowie steigende Löhne als Ursachen. Zudem treiben gesetzlich vorgeschriebene Assistenzsysteme die Kosten. Mehr als 20 Sicherheitssysteme wie Notbremsassistent, alkoholempfindliche Wegfahrsperre und Müdigkeitserkennung sind seit einer EU-Verordnung von 2019 Pflicht. Laut Huettl kommen so 1.500 bis 2.000 Euro pro Fahrzeug zusammen.
Autohersteller setzen auf SUVs
Expertin Helena Wisbert sieht einen weiteren Grund: Hersteller orientieren sich an weltweiten Trends, vor allem am chinesischen Markt, wo große SUVs gefragt sind. Der ADAC hält Assistenzsysteme aus Sicherheitsgründen auch in Kleinwagen für sinnvoll, räumt aber Preiseffekte ein. Die EU-Kommission prüft eine neue Fahrzeugkategorie M1e, die niedrigere Anforderungen an Assistenzsysteme stellen soll.
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