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Politik 22.06.2026, 03:14 Aktualisiert: 22.06.2026, 10:01

Kolumbien: Rechtsaußen De la Espriella gewinnt Präsidentschaftswahl knapp

De la Espriella erhält 49,66 % der Stimmen, sein Rivale Cepeda 48,7 %.

Wichtige Fakten

  • De la Espriella erhält 49,66 % der Stimmen, sein Rivale Cepeda 48,7 %.
  • Cepeda kündigt Anfechtung des Ergebnisses in 33.000 Wahllokalen an.
  • De la Espriella verspricht Ende der Friedensgespräche und harten Sicherheitskurs.
  • Rund 250.000 Stimmen entscheiden über den Sieg des Außenseiters.
  • Nach der Wahl kommt es in Cali zu Protesten und Ausschreitungen.

Knapper Wahlsieg von De la Espriella

Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Kolumbien hat der rechtsaußen Kandidat Abelardo de la Espriella mit knapp 49,7 Prozent der Stimmen gewonnen, wie die Wahlbehörde nach Auszählung von fast 100 Prozent der Stimmen mitteilte. Sein Rivale, der linksgerichtete Senator Iván Cepeda, erreichte 48,7 Prozent. Der Kandidat sprach von einer knappen Differenz von rund 250.000 Stimmen. Rund 400.000 Wähler gaben leere Stimmzettel ab, was als Protest gewertet wird. US-Präsident Trump gratulierte De la Espriella auf Truth Social: „He Won, BIG!“

Cepeda kündigt Ergebnis-Anfechtung an

Der unterlegene Kandidat Cepeda sowie der scheidende Präsident Petro kündigten an, das offizielle Endergebnis erst nach der Überprüfung aller Wahlprotokolle anzuerkennen. Cepeda erklärte, ein Team von Anwälten sei dabei, die Ergebnisse aus rund 33.000 Wahlurnen anzufechten. Petro äußerte ohne Belege den Vorwurf von Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung.

Politische Positionen und geplante Reformen

De la Espriella, der bisher nie ein politisches Amt bekleidet hat, kündigte ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität, den Bau von zehn Großgefängnissen und ein Ende der Friedensgespräche mit bewaffneten Gruppen an. Wirtschaftlich will er den Öl- und Gassektor fördern, Steuern senken und den Staatsapparat um bis zu 40 Prozent verkleinern, während er sozial beliebte Maßnahmen beibehalten möchte. Sein Stil wird oft mit dem von Salvadorian Präsidenten Nayib Bukele verglichen. Er kündigte einen engen Schulterschluss mit den USA im Kampf gegen die organisierte Kriminalität an.

Herausforderungen und Ausblick

Der künftige Präsident steht vor einem gespaltenen Kongress und muss die hohe Staatsverschuldung bewältigen. Zudem ist die Gewalt durch bewaffnete Gruppen zuletzt gestiegen. In Cali kam es nach der Wahl zu Protesten, bei denen US-Flaggen verbrannt wurden und es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei kam. De la Espriella hat für den 7. August zur Amtsübernahme angekündigt.

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