Kolumbien vor richtungsweisender Präsidentschaftswahl: Gewalt und Friedensprozess als zentrale Themen
Wichtige Fakten
- • Am Sonntag finden Präsidentschaftswahlen in Kolumbien statt.
- • Kandidat Cepeda setzt auf 'totalen Frieden', Valencia und Espriella auf Stärke.
- • Ein Journalist wurde von Farc-Dissidenten ermordet, ein weiterer Senator erschossen.
- • 52 Menschen starben bei Kämpfen zwischen Farc-Dissidenten im Süden des Landes.
- • Der Ausgang ist offen; falls nötig, entscheidet sich am 21. Juni eine Stichwahl.
Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien am Sonntag stehen zwei grundlegend verschiedene Ansätze zur Beendigung des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts zur Wahl. Der Linkskandidat Iván Cepeda, Senator und Unterstützer der „totalen Frieden“-Politik von Präsident Gustavo Petro, liegt in Umfragen vorne. Ihm gegenüber stehen die rechten Herausforderer Abelardo de la Espriella und Paloma Valencia, die einen harten Sicherheitskurs versprechen. Der Wahlkampf wurde von einer Welle politischer Gewalt überschattet: Erst wurde der Journalist Mateo Pérez Rueda von Farc-Dissidenten getötet, später kam der Senator und frühere Präsidentschaftskandidat Miguel Uribe Turbay bei einem Attentat ums Leben. Zudem starben am Montag mindestens 52 Menschen bei Kämpfen zwischen verfeindeten Farc-Gruppen in Guaviare. Während Cepeda auf Verhandlungen und Amnestie setzt, versprechen seine Kontrahenten eine Rückkehr zu maximaler Härte – inklusive „Mega-Gefängnissen“ nach Vorbild El Salvadors. Der 24-jährige getötete Journalist symbolisiert die fragilen Fortschritte und anhaltenden Spannungen im Land.
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