Kompetenzzentrum in Rostock soll Munitionsbergung in Nord- und Ostsee vorantreiben
Wichtige Fakten
- • Bis zu 1,6 Millionen Tonnen Munition liegen auf dem Meeresgrund.
- • Giftige Stoffe wie TNT gelangen durch Korrosion ins Wasser.
- • Bund investiert 100 Millionen Euro in Pilotprojekt zur Bergung.
- • Schwimmende Industrieplattform zur Entsorgung bis Mitte 2028 geplant.
- • In Fischen wurden Spuren von Sprengstoffen nachgewiesen.
Hintergrund und Ziele des Kompetenzzentrums
Das neue Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer in Rostock nimmt Gestalt an. Ein Aufbaustab hat seine Arbeit aufgenommen, teilte das Bundesumweltministerium mit. Minister Carsten Schneider (SPD) wird dort heute zu einem Besuch erwartet. Das Zentrum soll die Bergung von Kriegsmunition in der deutschen Nord- und Ostsee vorantreiben. Bis Mitte 2028 soll außerdem eine schwimmende Industrieplattform entstehen, auf der die Munition nach der Bergung direkt entsorgt werden kann.
Bedeutung für Umwelt und Gesundheit
Bis zu 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition liegen nach heutigem Wissen auf dem Meeresgrund von deutscher Nord- und Ostsee - teilweise nur wenige Kilometer von Stränden entfernt. 300.000 Tonnen liegen in der Ostsee - und davon wiederum das meiste vor der Küste Schleswig-Holsteins. Teilweise ist die Munition noch mit Zündern ausgestattet. Durch die fortschreitende Korrosion der Munition werden giftige Stoffe wie TNT im Wasser freigesetzt. Das führt zu einer schweren Umweltbelastung. Laut Bundesumweltministerium konnten in Muscheln und Fischen, die in der Nähe von Munitionsfundorten leben, bereits Spuren dieser Stoffe nachgewiesen werden. Die Substanzen können außerdem teils krebserregend sein und das Erbgut schädigen.
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