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Wirtschaft 17.07.2026, 04:13 Aktualisiert: 17.07.2026, 06:00

Krankenkassen verlieren über 170 Millionen Euro durch Immobilienfonds

Mindestens 17 Krankenkassen und KVen investierten in Verius-Immobilienfonds.

Wichtige Fakten

  • Mindestens 17 Krankenkassen und KVen investierten in Verius-Immobilienfonds.
  • Bestätigte Verluste über 170 Millionen Euro, insgesamt bis zu 500 Millionen.
  • Klagen wegen vorsätzlicher Täuschung gegen Banken eingereicht.
  • KV Westfalen-Lippe trennte sich von Vorstand und klagt auf Schadensersatz.
  • Gerichtstermin für Hauptverhandlung im Dezember 2026.

Skandal um Immobilienfonds: Kassen verlieren Millionen

NDR, WDR und SZ haben aufgedeckt, dass mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen Beitragsgelder in fragwürdige Immobilienfonds der Verius-Gruppe investiert haben – mit hohen Verlusten. Laut Recherchen beliefen sich die bestätigten Verluste auf über 170 Millionen Euro, insgesamt könnten es sogar mehr als 500 Millionen Euro sein. Betroffen sind unter anderem die KKH, Pronova BKK, BKK Gildemeister Seidensticker, Novitas BKK sowie mehrere KVen wie Baden-Württemberg und Hessen.

Klagen und Vorwürfe gegen Banken

Mehrere Kassen und KVen haben Klagen beim Landgericht Frankfurt eingereicht, darunter die KVBW, KV Hessen, KKH und Pronova BKK. Sie werfen der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank und anderen Finanzfirmen vor, über die Risiken der Anlagen getäuscht und sicherheitshalber Vorschriften des Sozialgesetzbuchs verletzt zu haben. Die defend companies weisen die Vorwürfe zurück.

Kontrollversagen und Konsequenzen

Die zuständigen Vorstände hätten die Anlagen nicht ausreichend geprüft, so der Vorwurf. Die KV Westfalen-Lippe hat bereits ihren Investmentvorstand entlassen und sich von ihm auf Schadensersatz verklagt. Finanzexperten und Politiker kritisieren die mangelnde Kontrolle und fordern Reformen. Ein Hauptverhandlungstermin ist für Dezember 2026 angesetzt.

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