Teilen:
International 26.02.2026, 14:52 Aktualisiert: 26.02.2026, 23:04

Abschiebung krebskranker Afghanin droht trotz Aufnahmezusage - Grüne kritisieren 'menschliches Versagen'

Neunjähriges Mädchen mit Nierenkrebs benötigt dringend Behandlung in Afghanistan nicht verfügbar.

Wichtige Fakten

  • Neunjähriges Mädchen mit Nierenkrebs benötigt dringend Behandlung in Afghanistan nicht verfügbar.
  • Familie stand auf Menschenrechtsliste der Bundesregierung, doch Aufnahmezusagen wurden widerrufen.
  • Bundesinnenministerium schloss direkte Vereinbarung mit Taliban für Abschiebungen nach Afghanistan.
  • Grünen-Vorsitzender Banaszak kritisiert 'menschliches, moralisches und humanitäres Versagen' der Politik.
  • Familie könnte täglich aus Pakistan nach Afghanistan abgeschoben werden.

Abschiebungsdrohung für krebskrankes Mädchen trotz früherer Zusagen

Ein neunjähriges afghanisches Mädchen namens Zala (Name geändert), das an Nierenkrebs erkrankt ist und bereits eine Niere entfernt bekam, droht die Abschiebung aus Pakistan nach Afghanistan. Ihre Familie stand auf der sogenannten Menschenrechtsliste der Bundesregierung und hatte bereits deutsche Visa erhalten, doch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ließ Ende letzten Jahres die Aufnahmezusagen für Hunderte Afghanen aufheben, darunter auch für Zalas Familie. Der Vater, ein politisch aktiver Ingenieur, der nach eigenen Angaben von den Taliban gefoltert wurde, hatte nach strengen Sicherheitsüberprüfungen die Zusage für Deutschland erhalten.

Humanitäre und medizinische Notlage verschärft sich

Zala benötigt dringend weitere Untersuchungen und Krebsbehandlungen, da Ärzte warnen, der Krebs könnte gestreut haben. In Afghanistan und Pakistan gibt es laut ihrem Vater keine adäquaten Einrichtungen zur Krebsbehandlung. Die bisherigen Krankenhauskosten wurden von Deutschland getragen, doch nun ist die medizinische Versorgung gefährdet. Die Familie lebt derzeit in einem von der Bundesregierung bezahlten Gästehaus in Peschawar, Pakistan, könnte aber täglich gezwungen werden, die Unterkunft zu verlassen und nach Afghanistan abgeschoben werden, sobald sie den Schutzbrief der deutschen Botschaft abgeben müssen.

Politische Kritik und Abschiebepraxis

Felix Banaszak, Bundesvorsitzender der Grünen, kritisiert das Vorgehen des Bundesinnenministeriums als 'menschliches, moralisches und humanitäres Versagen' und hat zweimal ohne Erfolg appelliert. Gleichzeitig hat das Bundesinnenministerium eine direkte Vereinbarung mit den Taliban für Abschiebungen nach Afghanistan geschlossen und kürzlich 20 straffällige Männer dorthin abgeschoben. Das Ministerium äußert sich nicht zu Einzelfällen wie Zalas Fall, betont aber, dass Härtefälle individuell geprüft werden. Der Fall symbolisiert die schwierige Lage vieler Afghanen, deren Aufnahmezusagen widerrufen wurden, während Abschiebungen ausgeweitet werden.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.