Kreml reagiert auf virale Kritik einer Influencerin an russischen Behörden
Wichtige Fakten
- • Victoria Bonyas 18-minütiges Instagram-Video erreichte über 26 Millionen Aufrufe.
- • Das Video kritisiert regionale Behörden, nennt aber Putin oder den Ukraine-Krieg nicht direkt.
- • Der Kreml antwortete öffentlich und versprach, auf die angesprochenen Probleme einzugehen.
- • Putins Zustimmungsraten sind laut Umfragen auf den tiefsten Stand seit Kriegsbeginn gefallen.
- • Experten sehen in dem Video Anzeichen für wachsende Kriegsmüdigkeit und Unmut in der Bevölkerung.
Virale Kritik einer Influencerin
Der Kreml reagiert auf die virale Verbreitung eines Videos der russischen Influencerin Victoria Bonya, in dem sie scharfe Kritik an den regionalen Behörden übt. In dem 18-minütigen Instagram-Video, das über 26 Millionen Aufrufe erreichte, listet Bonya Probleme wie Überschwemmungen in Dagestan, Ölverschmutzung am Schwarzen Meer, Internetabschaltungen und wirtschaftliche Belastungen für Kleinunternehmen auf. Sie wirft den Behörden vor, zu ängstlich zu sein, diese Themen direkt bei Präsident Wladimir Putin anzusprechen, und warnt davor, dass die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung eskalieren könnte.
Reaktion des Kremls und Hintergründe
Moskau antwortete ungewöhnlich öffentlich auf die Kritik und kündigte an, an den angesprochenen Problemen zu arbeiten. Das Video zielt jedoch nicht direkt auf Putin oder den Ukraine-Krieg ab, was Spekulationen nährt, ob die Intervention mit dem Kreml abgestimmt sein könnte, um öffentliche Beschwerden vor den Parlamentswahlen in diesem Jahr zu kanalisieren. Politische Analysten sehen darin eher einen spontanen Ausdruck der zunehmenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die unter Kriegsfolgen wie wirtschaftlichen Einbußen und Internetbeschränkungen leidet.
Politische Auswirkungen
Putins Zustimmungs- und Vertrauenswerte sind laut jüngsten Umfragen auf den niedrigsten Stand seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 gesunken. Gleichzeitig wächst auch unter pro-russischen Kriegsbloggern die Frustration über die militärische Lage. Experten wie der ehemalige Putin-Berater Abbas Galyamov betonen, dass Bonyas Kritik neue Bevölkerungsgruppen für oppositionelle Ansichten mobilisieren könnte, was den Druck auf die Regierung erhöht.
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