Eskalation im Nahen Osten: Neue Angriffe und historische Ölpreisexplosion
Wichtige Fakten
- • Israel griff Ziele in Isfahan an, Iran feuerte Raketen auf Israel und tötete mindestens einen Menschen.
- • Der Ölpreis stieg erstmals seit 2022 über 100 Dollar, mit Spitzen bei 120 Dollar pro Barrel.
- • Iranische Drohnenangriffe auf Bahrain verletzten 32 Zivilisten und beschädigten eine Ölraffinerie.
- • Die USA evakuieren nicht benötigte Diplomaten aus Saudi-Arabien und erhöhen ihre militärische Präsenz.
- • Der neue iranische Führer Modschtaba Chamenei gilt als Hardliner und könnte zum Ziel Israels werden.
Militärische Eskalation und regionale Angriffe
Der Konflikt zwischen Israel und Iran eskaliert weiter mit neuen israelischen Angriffen auf Ziele im Zentrum Irans, darunter Kommandozentren in Isfahan, Raketenabschussrampen und eine Produktionsanlage für Raketentriebwerke. Zudem griff Israel erneut Infrastruktur der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in Beirut an. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel, bei denen in Tel Aviv und anderen Gebieten Raketenalarm ausgelöst wurde und mindestens ein Mensch durch Raketensplitter getötet wurde, während etwa 20 weitere verletzt wurden. Iran setzte dabei erneut international geächtete Streumunition ein. Die Angriffe auf benachbarte Golfstaaten gingen weiter: In Bahrain verletzte ein Drohnenangriff auf die Insel Sitra 32 Zivilisten, darunter Kinder, beschädigte Häuser und löste ein Feuer in der einzigen Ölraffinerie des Landes aus. In Saudi-Arabien wurden zwei Menschen durch einen Geschosseinschlag getötet, und ein US-Soldat starb an Verletzungen, wodurch sich die Zahl der gefallenen US-Einsatzkräfte auf sieben erhöhte. Die Türkei meldete, dass ein NATO-Abwehrsystem erneut eine aus Iran abgefeuerte Rakete abgefangen habe.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Ölpreisexplosion
Der Krieg treibt den Ölpreis in historische Höhen: Die Nordseesorte Brent stieg erstmals seit 2022 wieder über 100 Dollar pro Barrel, mit Spitzen bei 120 Dollar, was einem Plus von rund 50% seit Kriegsbeginn entspricht. Grund ist die faktische Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt, was den Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen brachte. Experten wie Bruce Kasman von JPMorgan warnen vor einem Anstieg auf 120 Dollar und einer möglichen globalen Rezession, die das Wirtschaftswachstum um 0,6 Prozentpunkte drücken und die Inflation um einen Prozentpunkt anheben könnte. Als Folge brachen Asiens Börsen ein: Japans Nikkei-Index fiel über 5%, Südkoreas Kospi über 6% mit einer Handelspause, und der DAX verlor zeitweise über 2% und fiel unter 23.000 Punkte. Der Gaspreis in Europa stieg ebenfalls um rund 30% an.
Politische Entwicklungen und internationale Reaktionen
Iran hat mit Mojtaba Khamenei als neuem obersten Führer Hardliner an der Macht bestätigt, während Russlands Präsident Putin ihm gratulierte und Unterstützung zusicherte. Die G7-Finanzminister lehnten in einer Dringlichkeitssitzung eine gemeinsame Freigabe von Öl aus Notreserven vorerst ab, erwägen sie aber in den kommenden Wochen. US-Präsident Donald Trump verteidigte die hohen Ölpreise als "sehr geringen Preis für Sicherheit und Frieden", während Katar zur Deeskalation aufrief. Frankreich plant eine internationale Mission, um Schiffe durch die Straße von Hormus zu geleiten. Lokal im Iran führten israelische Angriffe auf Öldepots in Teheran zu Benzinknappheit, mit Rationierungen auf 10 Liter pro Tankvorgang und langen Warteschlangen.
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