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Inland 05.05.2026, 02:56 Aktualisiert: 05.05.2026, 12:01

Amokfahrt in Leipzig: Zwei Tote, Täter psychisch krank

Zwei Tote (Frau, 63, und Mann, 77), 22 Verletzte.

Wichtige Fakten

  • Zwei Tote (Frau, 63, und Mann, 77), 22 Verletzte.
  • Täter: 33-jähriger Deutscher, psychisch krank, kürzlich aus Klinik entlassen.
  • Kein politisches oder religiöses Motiv.
  • Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes.
  • Trauerbeflaggung in Sachsen; Absperrungen bis Nachmittag.

Ablauf der Amokfahrt

In der Leipziger Innenstadt ist am Montagnachmittag gegen 16:45 Uhr ein Autofahrer in eine Menschenmenge gerast. Das Fahrzeug kam vom Augustusplatz, fuhr etwa 500 Meter durch die Grimmaische Straße, eine belebte Fußgängerzone, mit geschätzten 70 bis 80 km/h. Vor dem Stopp gab es zwei schwere Kollisionen. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben – eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Mindestens 22 Personen wurden verletzt, drei davon schwer. Insgesamt sind etwa 80 Menschen direkt betroffen, viele verließen den Ort selbständig. Die genaue Zahl der Verletzten bleibt unklar.

Ermittlungen und Täter

Der Fahrer, ein 33-jähriger Deutscher, ließ sich widerstandslos festnehmen. Er wurde in Deutschland geboren und ist in der Region Leipzig wohnhaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs. Der Mann soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler nicht von einem politischen oder religiösen Motiv aus. Laut Medienberichten soll der Mann erst vor kurzem aus der Psychiatrie entlassen worden sein und war polizeibekannt, aber nicht einschlägig. Morgen wird eine Obduktion durchgeführt. Das sächsische Sozialministerium bestätigte, dass der Verdächtige sich bis Ende April freiwillig in einer psychiatrischen Klinik aufgehalten hatte, ohne dass eine Eigen- oder Fremdgefährdung bestand.

Reaktionen und Hilfe

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigten sich tief erschüttert. Die Stadt hat Hilfsangebote eingerichtet, darunter ein Hinweistelefon und ein Portal. In den Kirchen St. Nikolai und St. Thomas gibt es Raum zum Gedenken, um 17 Uhr ist eine ökumenische Andacht geplant. Die Polizei ist mit Betreuungskräften vor Ort. Die Grimmaische Straße bleibt bis Nachmittag gesperrt; der Wochenmarkt findet statt. Ersthelfer, darunter Medizinstudenten und Ärzte, wurden gelobt. Der Freistaat Sachsen ordnete Trauerbeflaggung an.

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