Luftangriff auf Markt in Nigeria: Viele Zivilisten getötet
Wichtige Fakten
- • Nigerianische Luftwaffe führte Luftangriffe im Grenzgebiet Yobe/Borno durch
- • Angriff traf den wöchentlichen Jilli-Markt und tötete viele Zivilisten
- • Amnesty International bestätigt über 100 Tote nach Gesprächen mit Überlebenden
- • Nigeria kämpft seit Jahren gegen Boko Haram im Nordosten des Landes
- • Militär bestätigte Fehlschlag, gab aber keine Details zu Opferzahlen
Luftangriff trifft Markt
Ein Luftangriff der nigerianischen Luftwaffe hat am Samstag den wöchentlichen Jilli-Markt im Grenzgebiet der Bundesstaaten Yobe und Borno getroffen. Das Militär gab an, gegen "identifizierte Terroristenlagen" vorzugehen, bestätigte aber nicht, den Markt angegriffen zu haben. Die Region ist Zentrum des langjährigen Boko Haram-Aufstands, der Millionen vertrieben und Tausende getötet hat.
Hohe Opferzahlen
Die Opferzahlen variieren stark: Reuters berichtet von mindestens 200 Toten nach Angaben eines Ratsmitglieds und humanitärer Quellen, während nigerianische Medien von 10 bis 56 Toten sprechen. Amnesty International bestätigte nach Gesprächen mit Überlebenden und Krankenhäusern über 100 Tote. Die Yobe State Emergency Management Agency erhielt vorläufige Berichte über "Opfer unter einigen Händlern", betonte aber, Details seien unbestätigt.
Kritik und Hintergrund
Amnesty International verurteilte den Angriff scharf als "unrechtmäßig und empörend" und kritisierte den "schockierenden Mangel an Respekt vor Menschenleben". Der nigerianische Nordosten erlebt seit Jahren wiederholt Vorfälle, bei denen Luftangriffe gegen Islamisten versehentlich Zivilisten treffen, darunter in Dörfern, Vertriebenenlagern und Märkten. Seit 2017 kamen laut AP-Zählung mindestens 500 Zivilisten bei solchen Angriffen ums Leben.
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