Mali: Verteidigungsminister getötet, Rebellen erobern Stadt Kidal
Wichtige Fakten
- • Verteidigungsminister Sadio Camara bei Angriff getötet.
- • Rebellenallianz aus JNIM und FLA erobert Stadt Kidal.
- • Russlands Africa Corps zieht sich aus Kidal zurück.
- • Angriffe sind die größten koordinierten seit 2012.
- • Militärchef Goita bislang nicht öffentlich geäußert.
Kampf um Mali: Neue Qualität der Gewalt
In Mali haben koordinierte Angriffe von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen die Militärregierung schwer getroffen. Verteidigungsminister Sadio Camara wurde getötet, als ein Selbstmordattentäter eine Autobombe vor seinem Haus in Kati zündete. Auch Geheimdienstchef Modibo Koné soll ums Leben gekommen sein. Die Angriffe waren die größten koordinierten Übergriffe seit 2012 und richteten sich gegen Militärstützpunkte, den Flughafen von Bamako und Wohnhäuser von Regierungsmitgliedern.
Russlands Rückschlag
Die Allianz aus der Islamistenmiliz JNIM und der Tuareg-Rebellenbewegung FLA eroberte die strategisch wichtige Stadt Kidal im Norden. Russlands Africa Corps (Nachfolger der Wagner-Gruppe) zog sich aus Kidal zurück und erlitt schwere Verluste, darunter ein abgeschossener Hubschrauber. Beobachter werten die Angriffe als herbe Niederlage für Russlands Einfluss in der Sahelzone. Das Kabinett des maliischen Präsidenten Goita ist noch immer von türkischen Privatfirmen geschützt, er selbst hat sich noch nicht öffentlich geäußert.
Hintergrund und Reaktionen
Mali hatte sich nach zwei Putschen Russland zugewandt und französische sowie westliche Truppen ausgewiesen. Die JNIM hatte zuvor mit einer Treibstoffblockade die Hauptstadt lahmgelegt. Die UN zeigen sich besorgt über die Gewalt, die fünf Millionen Menschen in humanitäre Not bringt. Die Militärregierung verspricht ein hartes Durchgreifen, doch die Angriffe verdeutlichen ihre Schwäche.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.