Mann nach Polizeieinsatz gestorben: Wirft Fixierungstechnik Fragen auf?
Wichtige Fakten
- • Mann stirbt nach Polizeieinsatz in Mülheim.
- • Obduktion ergab Kokainkonsum und Blutsäure.
- • Fixierung in Bauchlage gefährlich, interne Merkblätter warnen.
- • Neun Polizisten wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.
Polizeieinsatz endet tödlich
In Mülheim an der Ruhr ist ein 26-jähriger Mann nach einem Polizeieinsatz gestorben. Seine Familie und Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit der angewendeten Fixierungstechnik. Videoaufnahmen, ausgewertet von der Rechercheagentur Forensis, zeigen, dass Barry nach dem Eintreffen der Polizei in Bauchlage gefesselt wurde und mindestens zwölf Minuten in dieser Position verbrachte. Dabei übten Beamte Druck auf seinen Rücken aus.
Videoanalyse legt Fehlverhalten nahe
Monitorexperten kritisieren das Vorgehen als unverhältnismäßig. Ein Notarzt erklärt, die Bauchlage könne die Atmung behindern und zu lebensbedrohlicher Übersäuerung führen. Interne Dokumente der Polizei NRW warnen bereits in der Ausbildung vor genau dieser Gefahr. Die ausgewerteten Bilder zeigen jedoch, dass die Beamten die Position nicht aufhoben.
Ermittlungen und Konsequenzen
Das Landgericht Duisburg verhandelt gegen neun Polizisten wegen gefährlicher Körperverletzung. Angehörige hoffen, dass die Analyse der Bodycam-Aufnahmen zur Aufklärung beiträgt. Innenminister Reul sieht keinen Änderungsbedarf bei den Vorschriften, während Wissenschaftler auf wiederkehrende Muster bei solchen Einsätzen hinweisen und strengere Regeln fordern.
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