Medikamentenengpass in England: Patienten und Apotheker am Limit
Wichtige Fakten
- • Epileptikerin Chloe erlebt nach fehlender Medikation erneut Krampfanfälle.
- • Die Zahl der Apotheken in England ist auf 20-Jahres-Tief gesunken.
- • Seit 2017 schlossen 1.500 Apotheken, 2024 bereits 27.
- • Apothekerverluste von 140.000 Pfund jährlich durch Fixpreise des NHS.
- • Drei Todesfälle in zwei Jahren mit Medikamentenmangel als Ursache.
Medikamentenmangel gefährdet Leben
In England führt ein akuter Mangel an lebenswichtigen Medikamenten zu Panikattacken und gesundheitlichen Rückschlägen bei Patienten. Die 29-jährige Epileptikerin Chloe leidet unter Krampfanfällen, weil sie ihr Lamotrigin nicht erhält. Zugleich schließen immer mehr Apotheken – 1.500 seit 2017. Aktuell ist die Zahl der Apotheken auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken.
Apotheken wirtschaften defizitär
Apotheker wie Akash Patel in Shepperton machen Verluste: Der NHS erstattet nur Fixpreise, die oft unter den Einkaufskosten liegen. Patel verlor 140.000 Pfund in einem Jahr. Viele Kollegen finanzieren ihre Betriebe aus privaten Rücklagen. Global gestiegene Energiekosten und Ölpreise treiben die Arzneiproduktion zusätzlich in die Höhe. Hersteller bevorzugen lukrativere Märkte, während Patienten teilweise stundenlang auf Medikamentensuche sind.
System vor dem Kollaps
Die Epilepsy Society dokumentierte drei Todesfälle infolge fehlender Medikation. Für Menschen mit Parkinson oder Depressionen bedeutet die Unsicherheit tägliche Angst. Experten fordern eine Reform des Erstattungssystems und höhere Vergütungen, um den Markt für Hersteller attraktiver zu machen. Das Gesundheitsministerium verweist auf bestehende Anpassungsprozesse, doch Apotheker sehen das System als gescheitert an.
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