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Klima 20.04.2026, 06:29 Aktualisiert: 20.04.2026, 10:18

Milliarden-Förderprogramm soll trockengelegte Moore in Deutschland wiedervernässen

Trockengelegte Moore emittieren über 50 Mio. Tonnen CO2 jährlich (7% der deutschen Emissionen).

Wichtige Fakten

  • Trockengelegte Moore emittieren über 50 Mio. Tonnen CO2 jährlich (7% der deutschen Emissionen).
  • Das Bundesprogramm stellt 1,75 Mrd. Euro bis 2029 für die Vernässung von 90.000 Hektar bereit.
  • Nur 100.000 Hektar der ursprünglichen Moorflächen in Deutschland sind noch intakt und nass.
  • Gefördert werden Paludikultur (nasse Landwirtschaft) und Entschädigungen für Landwirte bei Ertragsverlusten.
  • Bis 2045 müssten laut Experten jährlich 50.000 Hektar vernässt werden, um Klimaziele zu erreichen.

Förderprogramm für Moorvernässung

Die Bundesregierung hat ein Förderprogramm zur Wiedervernässung trockengelegter Moore mit einem Volumen von 1,75 Milliarden Euro bis 2029 vorgestellt. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sprach von einer "historischen Trendwende", da das Programm den größten Beitrag zur Naturwiederherstellung der letzten Jahrzehnte leisten soll. Ziel ist es, 90.000 Hektar trockengelegter Moore wieder zu vernässen, was die intakte Moorfläche nahezu verdoppeln würde.

Klimaschutz und Landwirtschaft

Trockengelegte Moore emittieren in Deutschland jährlich über 50 Millionen Tonnen CO2, was etwa sieben Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen entspricht. Die Vernässung soll diese Emissionen stoppen und Moore langfristig wieder zu CO2-Senken machen. Gleichzeitig argumentiert das Umweltministerium, dass Landwirtschaft auf trockenen Moorböden mit der Zeit unmöglich wird, da der Kohlenstoffgehalt schwindet. Die Förderung umfasst Entschädigungen für Landwirte bei Ertragsverlusten und Wertverlusten, um freiwillige Teilnahme zu sichern.

Wasserhaushalt und Paludikultur

Neben dem Klimaschutz betont das Ministerium die Rolle von Mooren als regionale Wasserspeicher, die Extremregen puffern und Grundwasser auffüllen können. Gefördert wird auch Paludikultur – die landwirtschaftliche Nutzung nasser Flächen, etwa zum Anbau von Faserpflanzen für ökologische Materialien. Zuständig für Anträge ist die Landwirtschaftliche Rentenbank, wobei Großprojekte ab 5.000 Hektar in Leuchtturmregionen priorisiert werden.

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