Milliarden-Schlamassel bei der GIZ nach Software-Einführung
Wichtige Fakten
- • GIZ leidet unter massiven Zahlungsproblemen nach SAP-Umstellung.
- • DHL stoppte zeitweilig Expressversand wegen Kontosperrung.
- • Zahlungsrückstau wird teils händisch abgearbeitet.
- • Über 100 Millionen Euro für Softwareumstellung ausgegeben.
- • Vorstand verzichtet auf Erfolgsboni für 2025.
Software-Chaos bei der GIZ
Die staatliche Entwicklungsorganisation GIZ kämpft seit Monaten mit den Folgen einer gescheiterten Softwareumstellung auf SAP S/4HANA. Nach Recherchen des WDR hat die komplexe Migration zu massiven Problemen bei Zahlungsabläufen und Rechnungsbearbeitung geführt. Im schlimmsten Fall war die weltweite Gehaltszahlung für die über 23.000 Mitarbeiter zeitweise gefährdet. Selbst der Paketversand über DHL aus der Unternehmenszentrale in Eschborn wurde wegen einer Kontosperrung kurzfristig eingestellt, ist aber inzwischen wieder möglich.
Rechnungsberge und Handarbeit
Unternehmensintern rechnet man mit monatelangen Folgeproblemen. Große Mengen an Rechnungen sammeln sich an, die nicht mehr auf dem regulären Weg bezahlt werden können. Die GIZ muss diese Rechnungen nun händisch abarbeiten und später in die Buchhaltungssysteme einpflegen. Ein Sprecher bestätigte, dass ausstehende Rechnungen in Bearbeitung seien, aber noch Zeit in Anspruch nehmen würden.
Hohe Beraterkosten und fragliche Boni
Insgesamt wurden über 100 Millionen Euro für die Softwareumstellung ausgegeben, davon rund 40 Millionen Euro an externe Berater von EY Consulting. Die Einführung der Software war ein Jahresziel des Vorstands, an das die Auszahlung variabler Vergütungen geknüpft war. Der Vorstand um Ex-SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel hat jedoch mitgeteilt, dass das Ziel nicht erreicht wurde und er daher auf Boni verzichtet.
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