Missbrauchsstudie in Paderborn deckt Hunderte Fälle auf
Wichtige Fakten
- • Studie deckt 489 Missbrauchsopfer zwischen 1941 und 2002 auf
- • 210 Geistliche stehen im Verdacht der sexuellen Gewalt
- • Erzbischof Bentz entschuldigt sich öffentlich bei den Opfern
- • Zweiter Teil der Studie für 2003–2023 folgt 2027
Studie enthüllt Ausmaß
Eine neue Studie der Universität Paderborn hat im Erzbistum Paderborn Fälle sexuellen Missbrauchs zwischen 1941 und 2002 untersucht und dabei 489 Opfer sowie Hinweise auf 210 beschuldigte Geistliche identifiziert, was deutlich höhere Zahlen als bisher angenommen zeigt. Die Forschenden stellten die Ergebnisse gestern vor, und ein zweiter Teil der Studie, der die Amtszeit von Erzbischof Hans-Josef Becker von 2003 bis 2023 abbildet, soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden.
Reaktionen und Entschuldigung
Erzbischof Udo Markus Bentz entschuldigte sich auf einer Pressekonferenz bei den Opfern, betonte, dass dies das Geschehene nicht ungeschehen machen könne, und rief weitere Betroffene auf, sich zu melden, wobei Hinweise konsequent verfolgt und Betroffene unterstützt würden. Reinhold Harnisch, Sprecher der Betroffenenvertretung, berichtete, dass sich seit der Veröffentlichung bereits zwei Betroffene gemeldet hätten, die nun den Mut gefasst hätten, aus dem "Dunkelfeld" herauszutreten, und betonte, dass die Aufarbeitung mit der Studie nicht abgeschlossen sei.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.