Missstände in Flüchtlingsunterkunft Haffburg: Gutachten deckt Probleme auf
Wichtige Fakten
- • Gutachten kritisiert Strafmaßnahmen wie Isolationsbereich in Unterkunft.
- • Bewohner berichten von unerlaubtem Betreten privater Wohnräume durch Personal.
- • Kinderschutz wird laut Gutachten nicht ausreichend gewährleistet.
- • Landkreis bestreitet Strafmaßnahmen, erkennt aber Verbesserungsbedarf.
Zusammenfassung
Ein Gutachten im Auftrag des Flüchtlingsrats Mecklenburg-Vorpommern hat erhebliche Missstände in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete "Haffburg" in Wismar aufgedeckt. Professorin Christine Krüger von der Fachhochschule Neubrandenburg kritisierte in ihrem Bericht Strafmaßnahmen wie einen sogenannten Übernachtungsbereich zur Isolierung von Bewohnern, unerlaubtes Betreten privater Wohnräume durch Personal sowie Verstöße gegen den Kinderschutz. Demnach wurden auch Familien in diesen Strafbereich untergebracht, und Bedrohungssituationen für Kinder seien nicht ernst genommen worden.
Der Landkreis Nordwestmecklenburg bestreitet die Existenz von Strafmaßnahmen und verweist auf Verstöße gegen die Hausordnung, räumt aber ein, dass der Übernachtungsbereich in der Vergangenheit genutzt wurde. Die Integrationsbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Jana Michael, fordert ein Ende solcher Praktiken. Rechtswissenschaftler bewerten Teile der Hausordnung als rechtswidrig, da sie Grundrechtseingriffe darstellen. Die Situation zeigt Defizite in der sozialen Betreuung und Integration der Geflüchteten.
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