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International 12.06.2026, 16:19 Aktualisiert: 12.06.2026, 23:04

Mord an 11-Jähriger erschüttert Frankreich: Polizeiversagen im Fokus

11-jährige Lyhanna in Südfrankreich ermordet.

Wichtige Fakten

  • 11-jährige Lyhanna in Südfrankreich ermordet.
  • Tatverdacht gegen Jérôme Barella, der neun Monate zuvor angezeigt wurde.
  • Hinweise auf Kindesmissbrauch von US-Behörden ignoriert.
  • Vater und Bruder des Tatverdächtigen nun selbst unter Verdacht.
  • Justizminister Darmanin tritt nicht zurück; Proteste angekündigt.

Mord an Lyhanna: Fall zeigt Versäumnisse der Justiz

Der Mord an der elfjährigen Lyhanna in Südfrankreich hat landesweite Bestürzung ausgelöst. Das Mädchen wurde vor zwei Wochen getötet, nachdem sie von der Schule abgeholt worden war. Die Beerdigung in Fleurance erfolgte im Beisein wütender Bürger, die Versäumnisse der Polizei beklagen.

Verdächtiger trotz Anzeige nicht vernommen

Der Hauptverdächtige Jérôme Barella, 41, wurde bereits neun Monate vor der Tat wegen des wiederholten sexuellen Missbrauchs eines zehnjährigen Mädchens angezeigt. Die Polizei vernahm ihn nie. Zudem hatten US-Behörden die französische Polizei auf sein verdächtiges Online-Verhalten hingewiesen – auch dies blieb wirkungslos. Die französische Behörde OFMIN stufte den Hinweis als 'schwach' ein, obwohl bis zu 300.000 Meldungen pro Jahr empfangen werden.

Neue Vorwürfe gegen Familie

Nach der Festnahme von Jérôme Barella wurden auch sein Bruder Yannick und sein Vater Joël mit sexuellen Übergriffen in Verbindung gebracht. Yannick wurde wegen Vergewaltigung angeklagt, Joel wegen Missbrauchs einer Enkelin. Die Vorwürfe gegen Jérôme Barella betreffen eine Zeitspanne, in der er bereits in mehreren Missbrauchsfällen erfasst war.

Proteste und politische Reaktionen

Justizminister Gérald Darmanin wies Rücktrittsforderungen zurück und verwies auf eine Fehleinschätzung der Schwere des Falls. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte strengere Haftstrafen sowie eine befristete Ermittlungspflicht bei Sexualdelikten an. Aktivisten fordern umfassende Reformen und ein Milliardenbudget für Opferschutz. Proteste vor Gerichten sind geplant.

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