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International 22.05.2026, 01:53 Aktualisiert: 22.05.2026, 23:01

NATO-Treffen in Schweden: Rubio kritisiert Bündnispartner scharf – Lastenverteilung bleibt Streitthema

Rubio äußert Enttäuschung über fehlende NATO-Unterstützung im Iran-Krieg.

Wichtige Fakten

  • Rubio äußert Enttäuschung über fehlende NATO-Unterstützung im Iran-Krieg.
  • Trump kündigt 5.000 zusätzliche Soldaten für Polen an – Verwirrung um Abzug.
  • Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland endgültig abgesagt.
  • Rutte drängt auf schnellere militärische Produktion im Bündnis.
  • NATO-Gipfel in Ankara im Juli; Selenskyj zugesagt.

Lastenverteilung und iranischer Krieg belasten Bündnis

Beim Treffen der NATO-Außenminister im schwedischen Helsingborg stand die Neuordnung der Aufgaben und Lasten im Bündnis im Mittelpunkt. US-Außenminister Marco Rubio machte unmissverständlich klar, dass die USA einen spürbaren Nutzen aus der NATO-Mitgliedschaft ziehen müssten, insbesondere im Hinblick auf den Iran-Einsatz. Er kritisierte Bündnispartner, die sich nicht ausreichend beteiligen wollten, und äußerte Enttäuschung über die fehlende Unterstützung im Krieg gegen den Iran. Rubio drohte mit Konsequenzen, falls die NATO-Länder nicht bereit seien, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen.

Verwirrung um US-Truppen: Abzug und Verstärkung parallel

Gleichzeitig sorgte US-Präsident Donald Trump mit einer spontanen Ankündigung für Verwirrung: Er versprach, 5.000 zusätzliche Soldaten nach Polen zu entsenden, während zuvor ein Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland und ein Stopp der Rotation von 4.000 Soldaten nach Polen diskutiert worden waren. Rubio bestätigte, dass die US-Truppenpräsenz in Europa insgesamt von 80.000 auf etwa 75.000 sinken werde. NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte, dass die USA aufgrund globaler Verpflichtungen nicht überall gleichzeitig präsent sein könnten, und forderte Europa zu mehr Eigenverantwortung auf.

Rutte fordert Tempo bei „NATO 3.0“ und Rüstungsproduktion

Rutte drängte auf eine beschleunigte Umsetzung der Modernisierungsinitiative „NATO 3.0“, die bis zum Gipfel im Juli in Ankara fertig ausgearbeitet sein solle. Er betonte, dass die militärische Industrie aller Bündnisstaaten die Produktion erheblich steigern müsse. Differenzen zeigten sich vor allem im Informationsfluss zwischen den USA und Europa. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zum Gipfel eingeladen und wird teilnehmen. Die schwedische Außenministerin Maria Malmer Stenergard räumte ein, dass die wechselhaften Ankündigungen aus dem Weißen Haus für Verwirrung sorgten und schwer zu managen seien.

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