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Klima 06.04.2026, 06:36 Aktualisiert: 06.04.2026, 12:04

Neue Studie warnt vor Extremrisiken bereits bei zwei Grad Erwärmung

Eine Studie in Nature untersucht Klimafolgen bei 2 Grad Erwärmung.

Wichtige Fakten

  • Eine Studie in Nature untersucht Klimafolgen bei 2 Grad Erwärmung.
  • Extreme wie Dürren können bereits bei 2 Grad auftreten.
  • Die Risikobewertung muss Worst-Case-Szenarien einbeziehen.
  • Die Bandbreite möglicher Entwicklungen ist größer als angenommen.
  • Anpassungsstrategien müssen unwahrscheinliche Extremfälle berücksichtigen.

Zusammenfassung

Eine neue internationale Studie im Fachjournal Nature warnt davor, dass bereits bei einer globalen Erwärmung von zwei Grad Celsius extreme Klimafolgen wie Dürren, Starkregen und Waldbrände in einer Intensität auftreten können, die bisher eher mit drei oder vier Grad Erwärmung assoziiert wurden. Die Forschung unter Leitung von Emanuele Bevacqua vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung konzentriert sich dabei nicht auf Durchschnittswerte, sondern auf die Bandbreite möglicher Entwicklungen, einschließlich seltener, aber folgenschwerer Extremfälle.

Hintergrund und Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass in einzelnen Klimamodellen bereits bei zwei Grad Erwärmung Auswirkungen sichtbar werden, die im Mittel erst für deutlich höhere Temperaturanstiege erwartet werden. Experten wie Douglas Maraun vom Wegener Center betonen, dass extreme Änderungen – wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit – bei dieser Erwärmung nicht mehr ausgeschlossen werden können. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Produktion, städtische Sicherheit und Waldstabilität.

Implikationen und Unsicherheiten

Die Arbeit macht auf grundlegende Unsicherheiten in der Klimaforschung aufmerksam, da Prozesse wie regionale Niederschlagsmuster schwer zu modellieren sind. Forscher wie Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut warnen, dass Risikoabschätzungen und Anpassungsmaßnahmen zu kurz greifen, wenn sie nur auf wahrscheinliche Szenarien ausgelegt sind. Stattdessen sollten systematische Klimastresstests für Infrastruktur und Landwirtschaft auch unwahrscheinliche, aber potenziell katastrophale Entwicklungen berücksichtigen.

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