Neuer Anlauf für Widerspruchslösung bei Organspenden
Wichtige Fakten
- • Deutschland hat etwa elf Organspender pro Million Einwohner.
- • 2025 spendeten 985 Menschen Organe, 3,4 Prozent mehr als 2024.
- • Eine fraktionsübergreifende Gruppe will Widerspruchslösung ab 2030 einführen.
- • Kritiker sehen einen Grundrechtseingriff und warnt vor Vertrauensverlust.
- • Ein Online-Register zur Organspende zählt 516.000 Einträge.
Hintergrund
Im internationalen Vergleich ist die Zahl der Organspenden in Deutschland sehr niedrig. Auf eine Million Einwohner kommen etwa elf Spendende. Heute startet ein neuer Anlauf für eine Widerspruchslösung.
Neuer Gesetzentwurf
Im Bundestag haben sich Abgeordnete verschiedener Fraktionen zusammengefunden, um für die Einführung einer Neuregelung ab 2030 zu werben. Die Änderungen der vergangenen Jahre hätten nichts bewirkt, argumentiert die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann. Die Reform würde bedeuten, dass jeder Bürger potenzieller Organspender ist – außer, er hat ausdrücklich widersprochen. Bislang gilt eine Zustimmungslösung von 1997. Ein erster Anlauf 2020 scheiterte; der Bundesrat sprach sich im September 2025 dafür aus.
Kontroverse
Befürworter wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation und die Bundesärztekammer verweisen auf die hohe Bereitschaft in der Bevölkerung, die aber oft an fehlender schriftlicher Willensbekundung scheitere. Kritiker, darunter Patienten- und Kirchenvertreter, warnen vor einem Grundrechtseingriff. Jan Gummert von der Deutschen Transplantations-Gesellschaft betont, die Widerspruchslösung führe nicht automatisch zu höheren Spenderzahlen. Kai Schmidt-Ott hält sie für einen wichtigen Baustein, der durch bessere organisatorische Rahmenbedingungen ergänzt werden müsse.
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