NHS beendet Programm für ausländische Ärzte – Kritik aus Medizinerkreisen
Wichtige Fakten
- • NHS streicht 400-500 Auslandsplätze pro Jahr.
- • Budget betrug 176.000 Pfund jährlich.
- • Interner Review: Programm verfehlte Zweck, Lohnausbeutung.
- • Medizinerkollegien warnen vor Ärztemangel.
- • Bestehende Teilnehmer dürfen Aufenthalt beenden.
Hintergrund: Das Medical Training Initiative (MTI)
Das MTI-Programm des britischen Gesundheitsdienstes NHS ermöglichte bis zu 500 ausländischen Ärzten pro Jahr, für bis zu zwei Jahre in britischen Krankenhäusern zu arbeiten und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Es galt als Beispiel für britische Soft Power und förderte die medizinische Zusammenarbeit mit Ländern wie Pakistan, Sri Lanka und Nepal. Nach einem internen Review hat NHS England das Programm nun abrupt beendet.
Kritik der Medizinerkollegien
Die medizinischen Royal Colleges reagierten mit Entsetzen und Enttäuschung. Sie betonen, dass das MTI nicht nur den Ärzten und ihren Heimatländern half, sondern auch dem NHS selbst. Das Programm kostete nur 176.000 Pfund pro Jahr und brachte seit 2011 Tausenden Ärzten wertvolle Erfahrungen. Die plötzliche Abschaffung könnte den Ärztemangel im NHS verschärfen, da internationale Absolventen zwei Fünftel des medizinischen Personals stellen.
Gründe für die Abschaffung
Ein unveröffentlichter Review kam zu dem Schluss, dass das Programm seinen Zweck nicht erfüllt, da einige ausländische Ärzte im Vereinigten Königreich blieben. Zudem gab es Hinweise auf Lohnausbeutung. NHS England verteidigt die Entscheidung und verweist auf alternative Modelle. Kritiker vermuten jedoch, dass die Abschaffung politisch motiviert sei, um Platz für britische Ärzte zu schaffen.
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