Niedrigwasser am Rhein: Transportkosten steigen, Inflation bleibt verhalten
Wichtige Fakten
- • 72% der Unternehmen am Rhein sind vom Niedrigwasser betroffen.
- • Transportkosten steigen teils um 50 Prozent oder mehr.
- • RWZ-Chef erwartet steigende Düngemittelpreise, aber nicht bei Lebensmitteln.
- • Rheinpegel steigt, aber Schiffe fahren nur mit reduzierter Ladung.
Logistikprobleme am Rhein
Der anhaltende Niedrigwasserstand des Rheins stellt Unternehmen vor erhebliche logistische Herausforderungen. Agrarhändler wie die Raiffeisen Waren-Zentrale (RWZ) können ihre Getreidelieferungen kaum über den Wasserweg transportieren und müssen auf Lkw ausweichen, was die Kosten verdoppeln kann. Auch andere Branchen, insbesondere Industrie-, Chemie- und Handelsunternehmen, sind betroffen: Eine Umfrage der IHK Rheinhessen zeigt, dass 72 Prozent der befragten Firmen höhere Kosten und Produktionseinschränkungen melden.
Preisauswirkungen und Konjunktur
Trotz der gestiegenen Transportkosten rechnen Ökonomen wie Ralph Solveen von der Commerzbank nicht mit größeren Preissprüngen für Verbraucher. Der Wettbewerb im Einzelhandel und die hohe Konkurrenz verhindern eine einfache Weitergabe der Mehrkosten. Die Inflation dürfte zwar über der EZB-Zielmarke von zwei Prozent bleiben, aber das ist vor allem auf die Energiepreise zurückzuführen. Für das laufende Jahr wird eine Inflationsrate von etwas über zwei Prozent erwartet.
Forderungen nach Infrastrukturinvestitionen
Angesichts der wiederkehrenden Trockenheit fordern Logistikverbände wie der DSLV und die IHK Rheinhessen dringend Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur. Die Binnenschifffahrt ist eine kostengünstige Transportalternative, aber die Schieneninfrastruktur ist marode und die Straßenkapazitäten sind begrenzt. Der Staat müsse Milliarden in die Erneuerung der Verkehrswege investieren, um die Lieferketten langfristig zu sichern, so Frank Huster vom DSLV.
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