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International 14.04.2026, 11:10 Aktualisiert: 14.04.2026, 12:30

Nigerias Luftangriff auf Markt fordert bis zu 200 Tote – Militär spricht von 'Präzisionsschlag'

Luftangriff auf Jilli-Markt tötete bis zu 200 Menschen, viele Zivilisten.

Wichtige Fakten

  • Luftangriff auf Jilli-Markt tötete bis zu 200 Menschen, viele Zivilisten.
  • Militär zielte auf Islamisten (ISWAP), lokale Quellen bestreiten deren Anwesenheit.
  • Nigeria kämpft seit 17 Jahren gegen Boko-Haram-Abspaltung ISWAP im Nordosten.
  • Seit 2017 töteten nigerianische Luftangriffe laut AP mindestens 500 Zivilisten.
  • Amnesty International kritisiert fehlende Rechenschaftspflicht und Selbstuntersuchungen des Militärs.

Angriff mit vielen zivilen Opfern

Die nigerianische Luftwaffe hat am Samstag einen Luftangriff auf den Jilli-Markt an der Grenze der Bundesstaaten Borno und Yobe durchgeführt, bei dem nach Angaben eines lokalen Ratsherrn über 200 Menschen starben, während Amnesty International von mehr als 100 Toten spricht. Das Militär verteidigte den Einsatz als 'Präzisionsschlag' gegen ein bekanntes Terroristenversteck und Logistikzentrum der jihadistischen Gruppe Islamischer Staat Westafrika-Provinz (ISWAP).

Widersprüchliche Aussagen und Kritik

Lokale Händler und Überlebende bestreiten jedoch die Anwesenheit von Islamisten auf dem Markt und betonen, dass es sich um Zivilisten handelte. Ein Militärberater der Regierung von Yobe räumte ein, dass 'einige Menschen, die zum wöchentlichen Markt gingen, betroffen' waren. Forscher kritisieren, dass es in einem belebten Markt unmöglich sei, zwischen Kämpfern und Zivilisten zu unterscheiden, und verweisen auf mangelnde Rechenschaftspflicht.

Hintergrund der Gewalt

Nigeria kämpft seit 17 Jahren gegen die Islamistengruppe Boko Haram und deren Abspaltung ISWAP im Nordosten, während im Nordwesten bewaffnete Banditen operieren und im mittleren Gürtel regelmäßig tödliche Zusammenstöße zwischen Hirten und Bauern stattfinden. Laut Associated Press haben nigerianische Luftangriffe seit 2017 mindestens 500 Zivilisten getötet, darunter bei Angriffen auf ein Lager für Vertriebene 2017 und eine religiöse Versammlung im Dezember 2023.

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